
Symbolbild: Pfalz-Express
Schönewalde – Die Bundeswehr hat am Standort Schönewalde das Arrow-Luftverteidigungssystem (AWS-G: Arrow Weapon System – Germany) in Betrieb genommen.
Damit hat Deutschland einen weiteren Schutzschirm aufgespannt und erstmals über eine territoriale Flugkörperabwehr, die über den Abfangbereich der bestehenden Patriot-Systeme hinausgeht.
Das System Arrow 3 erweitert die Luftverteidigung nach dem sogenannten „Zwiebelschalenprinzip“ um eine äußere Schale und ermöglicht die Frühwarnung vor und die Bekämpfung von Flugkörpern, die exoatmosphärisch, also außerhalb der Erdatmosphäre (> 100 Kilometer), auf das Bundesgebiet zufliegen.
„Schützen Partner und uns“
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sagte: „Damit schützen wir also nicht nur uns, sondern auch unsere Partner. Wir stärken damit den europäischen Pfeiler der Nato und übernehmen ein Nato-Planungsziel.“ Er erklärte, dass Deutschland mit dem Arrow-System seine zentrale Rolle im Herzen Europas festige und Verantwortung für die Sicherheit von Bevölkerung und Infrastruktur übernehme.
Das System besteht aus einem Kontrollzentrum, Radargeräten und Abschussvorrichtungen mit dem speziell für diese Aufgabe entwickelten Abfangflugkörper Arrow 3.
Entwickelt wurde es in einer Kooperation zwischen Israel und den USA und nun erstmals exportiert. Pistorius betonte, dass die Umsetzung in kurzer Zeit gelungen sei – innerhalb von rund zwei Jahren nach Vertragsabschluss – und dank der Arbeit von Soldaten und zivilen Mitarbeitern realisiert werden konnte.
Das AWS-G wird zunächst in einer Anfangsbefähigung betrieben, in den kommenden Monaten sollen weitere Standorte aufgebaut werden, um eine optimale Abdeckung des gesamten Bundesgebiets zu gewährleisten. Der Betrieb liegt in der Verantwortung der Luftwaffe, die eng mit Heimatschutzkräften und Sicherheitsbehörden zusammenarbeitet. Weitere Einzelheiten zum System unterliegen der militärischen Geheimhaltung.
(red/dts Nachrichtenagentur)
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