
Attraktives Wanderziel: Die St. Annahütte
Quelle: Archiv PWV Burrweiler
Burrweiler. Bei den wenige Wochen zurückliegenden Wallfahrtstagen auf dem Annaberg bei Burrweiler gedachte man an die 1896 erfolgte Einweihung des Neubaus der St. Annakapelle. 30 Jahre später, im Jahr 1926, wurde die nur wenige Meter hinter der Kapelle liegende St. Annahütte für Besucher und Pilger eröffnet.
Das Jubiläum „100 Jahre St. Annahütte“ feiert die Ortsgruppe Burrweiler des Pfälzerwald-Vereins am Sonntag 13. September von 10 bis 18 Uhr.
Der Tag beginnt um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst den der Burrweiler Gospelchor „Burricanto“ mitgestaltet. Ab 12 Uhr steht dann das Mittagessen bereit. Das gemütliche Beisammensein wird ab 14 Uhr noch mit guter Stimmung bei Livemusik mit schönen Melodien fortgesetzt.

Die Hütte von innen
Quelle: Archiv PWV Burrweiler
Zur Geschichte der Hütte
„St. Annahütte – Errichtet von der Marian. Jungfr. Congregation mit Unterstützung des Pfälzerw. V. und wohltätiger Bürger 19 – Burrweiler – 26“, steht auf einer Sandsteinplatte an der Außenwand zu lesen. Die Congregation war so etwas wie der Vorläufer des Elisabethenvereins oder vielleicht auch zu vergleichen mit der heutigen KFD.
Die Kongregation und die Verantwortlichen der PWV-Ortsgruppe, die 1921 gegründet wurde, hatten sich gemeinsam dazu entschlossen eine Schutzhütte zu bauen, in der Wanderer Zuflucht finden sollten und die für die zahlreichen Pilger an den Wallfahrtstagen zum Ort der Begegnung werden sollte.
Die Ortsgruppe des PWV bewirtschaftet die Hütte seit 1969. Sie ist jedoch nur Pächter, Eigentümerin ist die katholische Kirchengemeinde.
Wegen der Folgen der Weltwirtschaftslage ruhte der Vereinsbetrieb ab 1929. In Zeiten der Naziherrschaft und deren verordneter Gleichschaltung waren Vereine wie der PWV sogar verboten. Es dauerte bis 1969, ehe der PWV seine Arbeit wieder aufnahm. Neben der Bewirtschaftung der Hütte organisierte der Damalige Wanderwart Karl Lambert dann auch viele Jahre sonntägliche Wanderungen.
Die auf 438 Metern Höhe gelegene Hütte ist an Sonntagen ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer aus nah und fern. Vor Corona wurden auch Mittwochs Gäste bewirtet, in den Sommermonaten zusätzlich noch samstags. Das ist aufgrund des leidlich bekannten Personalmangels in der Gastronomie nicht mehr möglich.
„Das ist sehr schade, aber derzeit sind wir froh an Sonntagen regelmäßig öffnen zu können. Es ist für unseren Rechner Norbert Wutschel eine Herkulesaufgabe immer das nötige Personal zu rekrutieren, schließlich werden mindestens fünf, noch besser sechs Hüttendienstleistende benötigt“, berichtet Michael Schöneich, seit gut zwei Jahren Erster Vorsitzender der Ortsgruppe.

Quelle: Archiv PWV Burrweiler
Die Bewirtung wird ausschließlich von ehrenamtlich tätigen Helfern übernommen. „Mein Vorgänger als Vorsitzender, Heinz Lambert, sagte immer wieder: Ich finde 500 Leute, die vor der Theke einen Schoppen trinken wollen, aber die fünf bis zehn Personen, die ihn ausschenken, die Suche ich oft vergeblich! Das gilt leider immer noch“, so Schöneich.
Noch mehr Personal bedarf es an den Wallfahrtstagen, wenn ebenfalls der PWV die Bewirtung übernimmt. Dann stemmen zehn bis zwölf Personen den Gästeandrang.
Der St. Annaberg ist schon seit fast 280 Jahren das Ziel von Wallfahrern. Im Juli und August pilgern mehrere tausend Menschen hinauf, um der Marienmutter zu huldigen. In diesem Jahr waren es sechs Wallfahrtstage, nächstes Jahr sollen es, wie nach Corona üblich, wieder sieben sein, wie Wallfahrtspfarrer Dr. Achim Dittrich wissen ließ.

Quelle: Archiv PWV Burrweiler
Die Tradition sieht eigentlich neun Wallfahrtstage vor. In Burrweiler ist man aber froh, dass es überhaupt noch Wallfahrten gibt, denn kurzzeitig war die Rede davon gewesen diese einzustellen. Gerade für ältere „Burrer“ ein Ding der Unmöglichkeit.
Die Bewirtung an Wallfahrtstagen war vor Corona anders gelöst. Bis dahin sorgte der ortsansässige Winzer Bernd Eberle für den Ausschank, ein weiterer Burrweilerer Bürger bruzzelte Bratwürste, einige Damen sorgten für belegte Brötchen und kredenzten Kaffee und Kuchen. Nicht zu vergessen die traditionelle Servela, die seit Urzeiten zu einer Wallfahrt gehört.
„Eine Wallfahrt zur Mutter Anna ohne eine Servela zu essen, ist keine Wallfahrt“, sagten auch in diesem Jahr wieder viele der Pilger.

Quelle: Archiv PWV Burrweiler
Älterer Mitbürger erinnern sich noch an die ehemalige Vorsitzende der Marianenbongregation, Helene Eberle, und an die spätere Burrweilerer Ehrenbürgerin Betty Becht, die an Wallfahrtstagen in der Hütte und davor das Sagen hatten. Da wurde in früherer Zeit Wein in großen Zubern gekühlt, die mit Eis gefüllt waren. Man sammelte Regenwasser in Betonzisternen, das man dann zum Kaffeekochen und Geschirrspülen verwandte. An eine Wasserleitung war damals noch lange nicht zu denken. Die Toiletten befanden sich als Plumpsklo in einem Sandsteinbau hinter der Hütte. Das sieht heute natürlich ganz anders aus.

St. Annahütte mit St. Annakapelle – 50er Jahre
Quelle: Archiv PWV Burrweiler
Die Hütte wurde im Lauf der Jahre stetig erweitert. Dass Ursprungsgebäude aus Sandsteinen wurde Anfang der 1970er-Jahren um einen Gastraum und einer Küche erweitert. Eine Wasserleitung vom Dorf hinauf zur Hütte wurde verlegt, später eine neue Toilettenanlage gebaut und an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen.

Steintafel St. Annakapelle
Quelle: Archiv PWV Burrweiler
Im Innenbereich kann der PWV bis zu 50 Gäste begrüßen, draußen gibt es größtenteils überdacht Platz für 250 Personen. Die Hütte ist nicht Barrierefrei, da man wenigstens drei Stufen überwinden muss um ins Innere zu gelangen.
An Sonntagen gibt es auch die genannte Servela, dazu werden aber Leberknödel, Hausmacher Wurstplatte, Käse, Kartoffelsalat und vieles mehr angeboten. Auch für Vegetarier und Veganer ist etwas mit dabei. „Sehr beliebt ist unsere Linsensuppe, ob mit oder ohne Servela, die gerne auch von jungen Menschen bestellt wird“, stellt Hüttenwartin Brigitte Wutschel fest.
Info
St. Anna-Hütte auf dem St. Annaberg bei Burrweiler, Telefon 06345 – 3931, Homepage: www.pwv-burrweiler.de. Die Hütte ist an Sonntagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet. (Heinz Lambert)

Wandbild in der Hütte
Quelle: Archiv PWV Burrweiler
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