Dienstag, 25. Februar 2020

Windenergie: Deutschland verfehlt Ausbauziel für 2019 – Grüne: „Arbeitsverweigerung der Bundesregierung“

24. September 2018 | 2 Kommentare | Kategorie: Nachrichten, Politik

Foto: dts Nachrichtenagentur

Berlin – Nach dem jahrelangen Boom im Windenergie-Sektor rechnet die Bundesregierung mit einem deutlich langsameren Wachstum der Branche im kommenden Jahr.

2019 werde das Ausbauvolumen von Anlagen an Land zwischen 1500 und 2000 Megawatt betragen, heißt es in einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion, über die die „Passauer Neue Presse“ berichtet.

Damit fällt Deutschland hinter das Ausbauziel im Erneuerbare-Energien-Gesetz zurück, das einen jährlichen Brutto-Zubau von 2800 Megawatt installierter Leistung an Land für die Jahre 2017 bis 2019 vorsieht.

Auch der Ausbau von Offshore-Anlagen kann den Trend in der Windenergie an Land noch nicht ausgleichen.

2019 werden laut dem Ministerium höchstens 3000 Megawatt an Land und auf See installiert. Das sind zwei Drittel des Ausbauvolumens, das für 2018 erwartet wird (4500 Megawatt), und weniger als die Hälfte der 2017 installierten Brutto-Leistung (61 41 Megawatt).

Eine Ursache für den stagnierenden Zubau sieht das Ministerium in langwierigen Genehmigungsverfahren.

Union und SPD haben im Koalitionsvertrag Sonderausschreibungen für Wind- und Solarenergie vereinbart, um das Klimaschutzziel bis 2020 einzuhalten. Diese seien noch in der Ressortabstimmung und könnten frühestens Mitte 2019 in Kraft treten, heißt es in der Antwort.

Damit wäre für 2020 ein On- und Offshore-Zubau von bis zu 3800 Megawatt möglich. Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik der Grünen-Fraktion im Bundestag, sprach von einer „Arbeitsverweigerung dieser Bundesregierung“ beim Thema Windenergie.

Erst habe sie den Ausbau „massiv gedeckelt“ und „jetzt verzögert sie Monat für Monat die versprochenen Sonderausschreibungen für Wind und Solar“, sagte Verlinden der „Passauer Neuen Presse“.

Dies habe nun Folgen für die rund 160.000 Beschäftigten in der Windbranche. Es drohten „umfangreiche Kündigungen bei Herstellern und Zulieferern für Windenergieanlagen“, so die Grünen-Politikerin.

Sie forderte die Regierung auf, „endlich einen stetigen und klimagerechten Ausbaupfad für die Erneuerbare Energien vorzulegen“. (dts Nachrichtenagentur) 

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2 Kommentare auf "Windenergie: Deutschland verfehlt Ausbauziel für 2019 – Grüne: „Arbeitsverweigerung der Bundesregierung“"

  1. Hans-Jürgen Höpfner sagt:

    Wir haben den teuersten Strom in Europa!
    ++ Missratene Energiewende lässt Strompreise für deutsche Verbraucher explodieren ++

    Nirgendwo in der Europäischen Union ist Strom so ein Luxusgut wie in Deutschland. Die Energiewende hat die Strompreise für Bundesbürger richtig teuer gemacht. Jeder private Haushalt musste Ende 2017 für eine Kilowattstunde Strom im Schnitt 30,5 Cent zahlen – so viel wie in keinem anderen EU-Land, wie die Europäische Statistikbehörde mitteilt.

    Und das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.

  2. Hans-Jürgen Höpfner sagt:

    Da freuen sich die staatlich subventionierten Windmühlenfabrikanten. So viel zum „Turbokapitalismus“ in Buntland. Und so viel zum gleichnamigen Hightech-Standort. Windmühlen. Mein Gott, es sind Windmühlen!

    Wieviele Kulturlandschaften sollen eigentlich so noch verwindmühlt werden? Wieviel Beton soll noch in die Böden gepumpt werden? Wieviele Vögel dürfen noch aus der Luft geholt werden?

    Schon jetzt hat Buntland die höchsten Energiepreise in der EU. Die gehen übrigens in erster Linie auf Kosten der „kleinen Leute“ – wie Planwirtschaft generell am ehesten die „Kleinen“ trifft. Den „großen Leuten“ geht die Stromrechnung derweil sowas von am Popo vorbei. Die Verdoppelung der Preise unter Merkel zahlen die aus der Portokasse.

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