Mittwoch, 28. Oktober 2020

Erste Tests laufen: Virologe: Jede Vorhersage zu Corona-Impfstoff „unseriös“

24. April 2020 | noch keine Kommentare | Kategorie: Allgemein, Nachrichten

Foto: dts nachrichtenagentur

Berlin- Der Virologe Hendrik Streeck dämpft zu große Hoffnungen auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus. „Jede Vorhersage, dass wir einen Impfstoff haben werden, ist unseriös, weil wir es einfach nicht wissen“, sagte Streeck am Donnerstag in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“.

Es gebe viele Erreger, bei denen über Jahre an einem Impfstoff geforscht werde und es dennoch keinen gebe, sagte der Wissenschaftler von der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn.

Als Beispiele nannte er unter anderem HIV, Hepatitis C und Malaria. „Wir können es einfach nicht vorhersagen.“ Impfstoffforschung sei dazu „viel zu überraschungsreich“.

In mancher Medienberichterstattung wie auch in der politischen Debatte gilt es mitunter schon als ausgemacht, dass es irgendwann einen Impfstoff geben werde, wenn auch erst 2021.

Ärztepräsident will Konzept für Corona-Impfung

Vor dem Hintergrund erster klinischer Tests für einen Corona-Impfstoff fordert Ärztepräsident Klaus Reinhardt frühzeitige Planungen für die Vergabe eines Wirkstoffs zum Schutz gegen das Virus. Es sei notwendig, „schon jetzt geeignete Konzepte für eine gestaffelte Verteilung“ zu entwickeln, sagte Reinhardt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Besonders wichtig ist es, zunächst die Beschäftigten im Gesundheitswesen zu schützen, um die gesundheitliche Versorgung sicherzustellen.“

In einem nächsten Schritt müssten die Menschen zum Zuge kommen, die einer Risikogruppe angehörten. „Und dann hoffentlich bald die gesamte Bevölkerung“, sagte der Chef der Bundesärztekammer. Es sei gut, dass inzwischen die ersten klinischen Tests für einen Corona-Impfstoff liefen, so Reinhardt weiter.

Aber bis zu einem zugelassenen Impfstoff sei es noch ein langer Weg, „und ganz sicher werden wir nicht auf einen Schlag ausreichend Impfdosen für alle Bürger zur Verfügung haben“. Daher ist es nach Worten des Ärztepräsidenten notwendig, bereits jetzt Kriterien für eine spätere Vergabe festzulegen. (dts nachrichtenagentur)

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