
Foto: dts Nachrichtenagentur
München – 56 Jahre nach dem Brandanschlag auf das Wohnheim der Israelitischen Kultusgemeinde in München hat die Generalstaatsanwaltschaft München neue Ermittlungsergebnisse vorgestellt.
Im Rahmen der aufgrund eines Hinweises aus der Bevölkerung im April 2025 wieder aufgenommenen Ermittlungen habe sich der Tatverdacht gegen einen bereits im Jahr 2020 verstorbenen deutschen Staatsangehörigen erhärtet, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Ein Zeuge hatte demnach glaubhafte Angaben zu dem Verdächtigen gemacht, der in den 1970er-Jahren in engem Kontakt mit einem nahen Verwandten des Zeugen stand.
Der damals 25-jährige Verdächtige soll zur Tatzeit in der Nähe des Tatorts geäußert haben, dass „die Juden alles hätten“ und er „sie anzünden“ wolle. Diese Aussage wurde von mehreren Familienangehörigen des Zeugen bestätigt.
Der Verdächtige war dem rechten Milieu zuzuordnen und wurde als Antisemit beschrieben. In seiner Jugend habe er Hitler-Reden auf Schallplatten angehört und Schießübungen im ehemaligen „Führersperrgebiet Obersalzberg“ durchgeführt. Er habe zudem eine Neigung gezeigt, mit Explosivstoffen zu hantieren. So hatte er in den 1960er Jahren zwei Telefonhäuschen in München mit Sprengstoff zerstört, weshalb er zu einer Jugendstrafe verurteilt worden war.
Ein damaliger Mitschüler beschrieb die Feindschaft des Tatverdächtigen gegenüber Juden als „prägend“. Eine Schulleiterin hob seine „kühl berechnende, geltungssüchtige Art“ hervor und berichtete von einer körperlichen Auseinandersetzung, in deren Rahmen der Tatverdächtige einen von seinem Vater geschenkten Dolch der Hitler-Jugend eingesetzt haben soll. Zudem passe das im Auftrag der Generalstaatsanwaltschaft durch die Operative Fallanalyse Bayern erstellte Täterprofil zu dem verstorbenen Tatverdächtigen, hieß es.
Trotz der umfangreichen Ermittlungen, die unter anderem die Auswertung archivierter Akten und Zeugenvernehmungen umfassten, konnte allerdings keine abschließende rechtliche Klärung erreicht werden. Da der Verdächtige bereits verstorben ist, ist eine Anklageerhebung nicht möglich.
Zudem konnten keine belastbaren Anhaltspunkte für die Beteiligung weiterer Personen gefunden werden. Die Generalstaatsanwaltschaft München stellte das Verfahren deshalb ein, es gilt entsprechend die postmortale Unschuldsvermutung.
Bei dem Anschlag am 13. Februar 1970 waren sieben jüdische Hausbewohner getötet worden. Alle hatten die Zeit des Nationalsozialismus überlebt, zwei davon nationalsozialistische Konzentrationslager. Außerdem wurden 15 weitere Menschen verletzt, davon vier Personen schwer. (dts Nachrichtenagentur)
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Diesen Artikel drucken



München – Im Zusammenhang mit dem Großeinsatz am Münchener Karolinenplatz in der Nähe des israelischen Generalkonsulats hat die Polizei weitere Details veröffentlicht. ...
Washington – Nach den Schüssen im Umfeld des Golfklubs von Ex-US-Präsident Donald Trump in West Palm Beach ist der festgenommene Verdächtige offenbar ...
Chemnitz – Nach den Protesten in Chemnitz hat die Polizei inzwischen sechs Tatverdächtige identifiziert, die den „Hitlergruß“ gezeigt haben sollen. Das teilte ...
München – Im Prozess um den tödlichen Auto-Anschlag auf eine Demonstration in München im Februar 2025 ist der Angeklagte zu einer lebenslangen ...
München – Im Landkreis Fürstenfeldbruck und in München haben Spezialkräfte der Polizei am Donnerstagnachmittag zwei Männer festgenommen. Es habe zuvor einen „Hinweis“ ...
München – Ein 24-jähriger afghanischer Asylbewerber ist am Donnerstagvormittag mit einem Mini Cooper in eine Menschenmenge bei einer Verdi-Demonstration in München gerast. ...
München – Bei einer Messerattacke in München wurden vier Personen leicht verletzt. Es gebe keine lebensbedrohlichen Verletzungen, bestätigte die Polizei. Mittlerweile ist der mutmaßliche ...
München – Am Samstagvormittag ist der Betrieb am Flughafen München wegen einer mutmaßlichen Drohnensichtung vorübergehend eingestellt worden. Laut der Bundespolizei meldeten zwei ...
Hamburg – Bei dem Tatverdächtigen für die mutmaßliche Amoktat in einer Hamburger Kirche der „Zeugen Jehovas“ handelt es sich offenbar um ein ...
München – Bei der Kollision von zwei S-Bahnen im Landkreis München ist mindestens eine Person ums Leben gekommen, mindestens 40 Personen wurden ...
München – In Bayern sind zwei Männer unter dem Verdacht der Agententätigkeit zu Sabotagezwecken festgenommen worden. Das Bayerische Landeskriminalamt teilte am Donnerstag ...












