Dienstag, 23. Juli 2024

Umgang mit Kindeswohlgefährdung: Neuer Leitfaden von Kinderschutzbund Landau – Südliche Weinstraße und Kreisjugendamt

19. Juni 2024 | Kategorie: Familie, Kreis Südliche Weinstraße, Landau, Ratgeber

Symbolbild: www.polizei-beratung.de

SÜW/Landau – Was tun, wenn als Erzieherin auffällt, dass sich das Mädchen im Kindergarten ganz plötzlich zurückzieht und niemanden mehr an sich heranlässt? Oder wenn der Teenager im Unterricht  auffallend viele blaue Flecken am Körper hat?

Wenn also der Verdacht im Raum steht, die Sicherheit und Gesundheit eines Kindes oder Jugendlichen könnten gefährdet sein?

Fragen wie diese stellen so manche Fachkräfte, die beruflich mit jungen Menschen zu tun haben, vor Herausforderungen. Oft verspüren diese Bezugspersonen ein „ungutes Gefühl“, ohne konkrete Anhaltspunkte nennen zu können. Sie haben einerseits Angst, die Beziehung zu den Eltern zu gefährden, wenn sie problematische Situationen ansprechen, andererseits auch Bedenken, dem Kind oder Jugendlichen zu schaden, wenn sie nicht handeln.

An dieser Stelle kann es hilfreich sein, sich von erfahrenen Experten beraten zu lassen. Seit April 2022 übernimmt der Kinderschutzbund Kreisverband Landau – Südliche Weinstraße (DKSB LD-SÜW) diese Beratungsaufgabe im Auftrag des Kreisjugendamts Südliche Weinstraße.

Darüber hinaus bekommen die Fachleute, die mit jungen Menschen zu tun haben, nun eine konkrete Hilfestellung, wenn sie einen Verdacht auf Kindeswohlgefährdung haben: den neu entwickelten Leitfaden „Nicht wegschauen – Vorgehensweise im Verdacht auf Kindeswohlgefährdung“ mit Abläufen und Material zur Einschätzung der Gefährdung und zur Vorbereitung von Elterngesprächen.

Dazu die Geschäftsführerin des DKSB LD-SÜW, Kyra Pachner, und Kreisjugendamtsleiterin Hannelore Schlageter: „Der Leitfaden erleichtert es pädagogischen Einrichtungen, früher einzugreifen – und es erleichtert den Familien gegebenenfalls, Hilfsangebote anzunehmen, um ungünstige Entwicklungen für das Kind oder den Jugendlichen zu vermeiden und deren Situation zu verbessern.“

Landrat Dietmar Seefeldt und der für das Kreisjugendamt zuständige Erste Kreisbeigeordnete Georg Kern: „Der für den Landkreis Südliche Weinstraße zuständige Kinderschutzbund leistet bereits sehr wertvolle Arbeit. Der neue Leitfaden ist eine tolle Ergänzung des bestehenden Angebots und sensibilisiert Fachkräfte, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, Augen und Ohren offen zu halten. Er kann dabei helfen, etwaige Unsicherheiten beim Verdacht von Kindeswohlgefährdungen zu beseitigen und zeigt auf, was in einem solchen Fall zu tun ist und an wen man sich wenden kann.“

So können die Fachkräfte mit Hilfe der Berater des DKSB telefonisch, per Videokonferenz oder persönlich in der Einrichtung Informationen zusammentragen und einordnen, ohne den Namen des betreffenden Kindes zu nennen.

Die nächsten Schritte, wie zum Beispiel das anstehende Elterngespräch, können gemeinsam vorbereitet werden. Dabei stehen Fragen im Raum wie „Wie kann ich Eltern auf problematische Situationen ansprechen und motivieren, Hilfsangebote anzunehmen? Sind sie gewillt und in der Lage, die Situation des Kindes zu verbessern? Oder muss die Gefährdung direkt dem Jugendamt gemeldet werden?“

Den Leitfaden „Nicht wegschauen – Vorgehensweise im Verdacht auf Kindeswohlgefährdung“ gibt es auf den Webseiten www.kinderschutzbund-landau.de und www.suedliche-weinstrasse.de/jugendamt

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