Dienstag 6.Oktober 2026

SÜW: Weinlese bringt gute Qualität, aber sehr unterschiedliche Erträge

18. September 2026 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Wirtschaft in der Region

Beim traditionellen Weinlesegespräch bei Deutsches Weintor tauschten sich Vertreter der Genossenschaft mit Landrat Dietmar Seefeldt und Bürgermeister Torsten Blank über die aktuelle Weinlese, die Aussichten für den neuen Jahrgang und die Herausforderungen am Weinmarkt aus.
Foto: Deutsches Weintor eG

SÜW – Die Weinlese läuft, die Erntemengen fallen je nach Standort unterschiedlich aus, doch bei der Qualität der Trauben gibt es Grund zur Zuversicht. Beim traditionellen Weinlesegespräch bei der „Deutsches Weintor eG“ in Ilbesheim ging es um den aktuellen Jahrgang, die Situation der Winzer und die Herausforderungen auf dem Weinmarkt.

Landrat Dietmar Seefeldt und Torsten Blank, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Landau-Land, informierten sich bei der Genossenschaft über den Stand der Lese. Mit dabei waren der Aufsichtsratsvorsitzende Thorsten Schmidt, Vorstandsvorsitzender Frank Jentzer, Kellermeister Michael Kern und Bereichsleiter Technik Stefan Di Cursi.

„Neidischer Herbst“ bringt große Unterschiede

Bei den Erntemengen zeigt sich in diesem Jahr ein sehr unterschiedliches Bild. Die lange Trockenheit und die geringen Niederschläge haben die Weinberge je nach Boden und Standort unterschiedlich getroffen. Wo etwas mehr Regen gefallen ist oder die Böden Wasser besser speichern konnten, sind die Erträge entsprechend höher.

Thorsten Schmidt spricht deshalb von einem „neidischen Herbst“. Schon auf vergleichsweise kurzer Entfernung können sich die Erntemengen deutlich unterscheiden. Entscheidend seien die Böden und die Frage, wo die Reben von den wenigen Niederschlägen profitieren konnten.

Trauben sind gesund

Bei der Qualität der Trauben sieht die Lage deutlich besser aus. Das Lesegut kommt laut Deutsches Weintor sehr gesund in den Keller und bietet damit gute Voraussetzungen für die weitere Verarbeitung.

Kellermeister Michael Kern erwartet „sehr schöne, ausdrucksstarke Weine“ und hohe Qualitäten. Besonders bei den roten Rebsorten sieht Technikleiter Stefan Di Cursi gute Voraussetzungen. Die Trauben ließen farbintensive Rotweine mit viel Ausdruck und Struktur erwarten.

Weinmarkt bleibt eine Herausforderung

Neben der laufenden Lese war auch die Lage auf dem deutschen Weinmarkt Thema. Die Nachfrage und die veränderten Konsumgewohnheiten stellen die Branche vor Herausforderungen. Deutsches Weintor setzt deshalb unter anderem auf neue Angebote im Bereich der alkoholfreien Weine.

„Der Markt fordert uns weiterhin stark“, sagte Vorstandsvorsitzender Jentzer. Wichtig sei, auf die Veränderungen bei den Konsumgewohnheiten zu reagieren und gleichzeitig auf Qualität zu setzen. Mit neuen Angeboten, etwa im alkoholfreien Bereich, wolle die Genossenschaft neue Märkte erschließen und die Betriebe ihrer Mitglieder unterstützen.

Wichtig für Winzer und Region

Landrat Seefeldt verwies auf die Bedeutung der Qualität gerade in einem schwierigen Marktumfeld. Deutsches Weintor verbinde die Stärken der Weinregion mit einer Strategie, die auf die Veränderungen im Weinmarkt reagiere.

Torsten Blank hob die Bedeutung der Genossenschaft für die Winzerfamilien und die Region hervor. Deutsches Weintor sei für zahlreiche Winzer ein verlässlicher Partner und zugleich ein wichtiger Arbeitgeber. Damit verbinde die Genossenschaft Landwirtschaft, Wertschöpfung und Arbeitsplätze vor Ort.

Das Weinlesegespräch findet traditionell jedes Jahr statt. Dabei können sich die politischen Vertreter direkt bei der Genossenschaft über die Lage in den Weinbergen, die Erwartungen an den neuen Jahrgang und die wirtschaftliche Situation der Weinbranche informieren.

Die aktuelle Bilanz fällt trotz der großen Unterschiede bei den Erntemengen positiv aus: Die Trauben sind gesund und die Voraussetzungen für einen guten Jahrgang stimmen.

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