
Symbolbild: Pfalz-Express
Wörth-Maximiliansau – Die angespannte Parksituation im Ortszentrum von Maximiliansau sorgt weiter für Diskussionen.
Während die SPD Maximiliansau der Stadtverwaltung ein unzureichendes Vorgehen gegen Falschparker vorwirft, verweist die Stadt Wörth auf bereits ergriffene Maßnahmen und kündigt zugleich ein härteres Durchgreifen an.
SPD sieht Kontrollversagen
Nach Darstellung der SPD Maximiliansau habe sich die Lage insbesondere in den Abendstunden deutlich verschärft. SPD-Fraktionssprecher im Ortsbeirat, David Dickemann, spricht von einem „Chaos“ ab etwa 16.30 Uhr an Wochentagen. Nach Angaben der SPD werde in der Eisenbahnstraße und der Cany-Barville-Straße außerhalb ausgewiesener Parkflächen sowie auf Geh- und Radwegen geparkt. Auch der verkehrsberuhigte Bereich zwischen katholischer Kirche und Altem Schulhaus sei betroffen.
Die SPD betont ausdrücklich, dass sie das gastronomische Angebot im Ort begrüße, sieht darin jedoch eine zusätzliche Herausforderung für die Verkehrssituation. Nach Auffassung der Sozialdemokraten hätten Kontrollen des ruhenden Verkehrs bis Juni 2024 funktioniert. Seit Mitte 2024 habe sich die Situation jedoch spürbar verschlechtert, was zu zahlreichen Beschwerden aus der Bevölkerung geführt habe.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Mario Daum, verweist auf die aus seiner Sicht bestehenden Sicherheitsrisiken: Es gehe insbesondere um die Sicherheit von Kindern, älteren Menschen sowie Radfahrern. Zudem bestehe die Gefahr, dass Einsatz- und Rettungsfahrzeuge behindert würden.
Rechtliche Bewertung umstritten
Kritisch äußert sich die SPD auch zur rechtlichen Einschätzung der Stadtspitze. Stadtrat Helge Hoffmann verweist auf eine Antwort von Bürgermeister Steffen Weiß (FDW) im Ortsbeirat vom 20. November 2025, in der Abschleppmaßnahmen als schwierig bezeichnet worden seien.
Die Begründung des Bürgermeisters, wonach zunächst geprüft werden müsse, ob der Fahrzeugführer in der Nähe sei, hält Hoffmann für rechtlich fragwürdig. Nach seiner Darstellung habe das Bundesverwaltungsgericht klargestellt, dass bei Halteverboten oder Gehwegparken nicht zwingend nach den Fahrzeugführern gesucht werden müsse, sofern eine konkrete Behinderung oder Gefahr bestehe.
Die SPD fordert daher ein entschlosseneres Vorgehen der Ordnungsverwaltung, regelmäßige Kontrollen und – wo rechtlich möglich – auch konsequentes Abschleppen.
Stadt verweist auf Maßnahmen und kündigt schärferes Vorgehen an
Die Stadtverwaltung Wörth weist in einer Stellungnahme darauf hin, dass die steigende Beliebtheit der Gaststätten „Gockelburg“ und „Bajazzo“, auch bei auswärtigen Gästen, zu einer angespannten Verkehrslage geführt habe. Der Bereich rund um die Lokale stehe deshalb dauerhaft im Fokus der Überwachung des ruhenden Verkehrs. In den Abendstunden werde insbesondere der Bereich um die „Gockelburg“ regelmäßig kontrolliert.
„Ein Problem aktuell ist, dass die Gaststätte „Gockelburg“ zum Ziel von Influencern wurde. Damit kommen Menschen aus Köln oder anderen Städten – oft nur ein einziges Mal. Das ist anders als in den letzten Jahren mit einem hohen Anteil von Stammkunden“, so Steffen Weiß. „Auch hier zeigt sich, dass wir als Gesellschaft immer weniger auf gegenseitige Rücksichtnahme vertrauen können.“
Nach Angaben der Stadt wurden allein im Zeitraum vom 1. August 2025 bis 7. Januar 2026 zahlreiche Verstöße festgestellt, unter anderem in der Schulstraße, Amalienstraße, Eisenbahnstraße und der Cany-Barville-Straße. Zudem seien bereits verschiedene Maßnahmen umgesetzt worden, darunter zeitlich begrenzte Parkregelungen am Rathausplatz sowie in der Schul-/Amalienstraße und ein absolutes Halteverbot im Kurvenbereich der Cany-Barville-Straße.
Bürgermeister Steffen Weiß erklärt, dass bei Kontrollen bislang häufig mildere Mittel eingesetzt worden seien, etwa die Ermittlung der Fahrzeugführenden im Nahbereich, da dies oft zu einer schnelleren Beseitigung der Störung führe. Gleichzeitig räumt er ein, dass Verwarnungen von manchen Verkehrsteilnehmern bewusst in Kauf genommen würden.
Abschleppen soll künftig konsequenter erfolgen
Der Bürgermeister kündigt nun an, künftig strenger vorzugehen. In Bereichen mit absolutem Halteverbot könne ein Fahrzeug grundsätzlich sofort abgeschleppt werden, sofern eine Behinderung oder Gefährdung vorliege. „In solchen Fällen werden wir in Zukunft rigoros abschleppen“, so Weiß. Gleichzeitig betont er den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit.
Als zusätzlichen Faktor nennt Weiß den gestiegenen Besuch von Influencern, die gezielt die „Gockelburg“ ansteuerten und häufig nur einmal vor Ort seien, anders als frühere Stammgäste. Noch im Januar soll eine Verkehrsschau in Maximiliansau stattfinden, um weitere Maßnahmen zur Entschärfung der Situation zu prüfen und umzusetzen.

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