Samstag 12.September 2026

SPD-Gemeindeverband Hagenbach: Vier Ortsvereine machen gemeinsam Druck für abschlagsfreie Rente mit 65

31. August 2026 | Kategorie: Kreis Germersheim, Politik regional, Regional

Symbolbild: Anna/ Pixabay

Hagenbach – Der SPD-Gemeindeverband Hagenbach fordert eine Garantie für eine abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren.

Die Ortsvereine aus Berg, Neuburg, Hagenbach und Scheibenhardt haben dazu einen gemeinsamen offenen Brief an die Bundestagsabgeordneten der Region und die Bundesregierung gerichtet.

Die Sozialdemokraten wenden sich darin gegen eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters und gegen Änderungen bei den bestehenden Regelungen für langjährig Versicherte. Ihre zentrale Forderung: Wer 45 Jahre Beiträge gezahlt hat, soll spätestens mit 65 Jahren ohne Abschläge in Rente gehen können.

Besonders verweisen die Ortsvereine auf Menschen, die bereits mit 16 oder 17 Jahren eine Ausbildung beginnen. Wer beispielsweise im Handwerk, in der Pflege, in der Industrie oder im Handel früh ins Berufsleben einsteige, zahle bereits während der Ausbildung Beiträge zur Rentenversicherung.

Nach Ansicht des Gemeindeverbands müsse berücksichtigt werden, wie lange jemand tatsächlich gearbeitet und Beiträge geleistet habe. Ein Renteneintritt erst nach dem 65. Lebensjahr sei für Menschen mit langen und körperlich belastenden Erwerbsbiografien nicht zumutbar, heißt es in dem Schreiben.

Auch unterschiedliche Bildungs- und Erwerbswege werden in dem Brief angesprochen. Wer nach einem Studium später ins Berufsleben einsteige und dabei häufig einer geringeren körperlichen Belastung ausgesetzt sei, habe eine andere Erwerbsbiografie als jemand, der bereits als Jugendlicher eine Ausbildung beginne. Eine stärkere Orientierung an den tatsächlich geleisteten Beitragsjahren sei deshalb aus Sicht des Gemeindeverbands sozial gerecht.

Vier Forderungen

Der SPD-Gemeindeverband verbindet seine Forderung nach einer Rente mit 65 mit drei weiteren Punkten. Gefordert werden:

  • eine abschlagsfreie Rente mit 65 nach 45 Beitragsjahren,
  • die vollständige Anerkennung der betrieblichen Ausbildung ab dem ersten Tag für die Wartezeit,
  • die schrittweise Einführung einer Erwerbstätigenversicherung, in die auch Selbstständige, Politiker und Beamte einbezogen werden,
  • eine stärkere Tarifbindung und bessere Löhne, um die Einnahmen der Rentenversicherung langfristig abzusichern.

Die Sozialdemokraten führen zudem wirtschaftliche Gründe an. Eine ausreichende Rente sichere die Kaufkraft älterer Menschen und komme damit auch dem örtlichen Handel, der Gastronomie und dem Handwerk zugute.

Der offene Brief wurde nach Angaben des Gemeindeverbands von der Vorstandsmehrheit beschlossen und an die gewählten Abgeordneten der Region weitergeleitet.

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