Mittwoch 19.August 2026

Selfie-Spot in Landau: 3D-Kunst lockt Foto-Fans in Königstraße

30. Juli 2026 | Kategorie: Landau, Regional

Balanceakt: Martin Messemer, Leiter der Wirtschaftsförderung der Stadt Landau (v. l.), Lena Dürphold, Geschäftsführerin der Stadtholding Landau (h. l.), Manfred Stader, Straßenkünstler (2. v. l.), Nour Abboud, Vertreterin von Ralph Leibbrand, dem Ideengeber des Projekts (2. v. r.), Jana Schneider, Straßenkünstlerin (v. r.), und Nina Ziegler, Geschäftsführerin der StadtLeben (h. r.).
Foto: Stadt Landau

Landau – In der Königstraße wird derzeit nicht nur gebaggert und asphaltiert, sondern vor allem gestaunt: Mitten in der Baustelle tut sich plötzlich der Boden auf.

Wer auf Höhe des Kreuzgangs unterwegs ist, blickt scheinbar tief in die Erde. Keine Sorge, hier ist nichts eingebrochen: Das Ganze ist ein optischer Trick, der die Einkaufsstraße im Handumdrehen zum Social-Media-Hotspot macht.

Balanceakt über dem „Abgrund“

Hinter der rund drei mal sechs Meter großen Illusion steckt echte Prominenz: Der international bekannte Straßenkünstler Manfred Stader hat das Kunstwerk gemeinsam mit seiner Kollegin Jana Schneider innerhalb weniger Tage direkt auf den Asphalt gezaubert.

Zum Einsatz kamen dabei spezielle Betonfarben. Das Motiv ist passend auf Landau zugeschnitten, denn neben der tiefen Schlucht sind auch der Landauer Reiter und ein passendes „Königstraße“-Schild im Bild verewigt.

Wer sich nun also auf den markierten Fotopunkt stellt, wird selbst Teil der Szene. Auf Fotos sieht es später so aus, als würde man auf einem schmalen Holzbrett über einem tiefen Abgrund balancieren. Ein echter Hingucker, der für jede Menge Likes in den sozialen Netzwerken sorgen dürfte. Viele Passanten nutzten die Gelegenheit bereits und schauten den Künstlern schon bei der Entstehung live über die Schulter.

Kreativer Denkzettel gegen den Baustellen-Blues

Die spektakuläre Aktion kommt nicht von ungefähr, sondern ist Teil des offiziellen Baustellenmarketings. Lena Dürphold, die Geschäftsführerin der Stadtholding Landau, betonte dazu, dass Baustellen zwar immer Veränderungen und Herausforderungen für Anwohner, Handel und Besucher mit sich brächten. Gerade deshalb sei es aber wichtig, die Königstraße in dieser Phase positiv zu beleben. Das Kunstwerk zeige auf kreative Weise, dass die Straße trotz der Arbeiten lebendig bleibe.

Die Idee für den optischen Täuschungs-Hit stammt übrigens aus der Mitte der ansässigen Händler selbst, genauer gesagt von Ralph Leibbrand vom Geschäft „Leder Horn“. Über einen Verfügungsfonds wurde das Projekt eingereicht und von der Wirtschaftsförderung prompt ausgewählt.

Rund 6.000 Euro kostet die Aktion insgesamt, wobei satte 90 Prozent über das Bundesförderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ abgefedert werden.

Gemeinschaftsaktion für eine lebendige „Kingstreet“

Für Wirtschaftsförderer Martin Messemer ist das Kunstwerk ein Paradebeispiel dafür, wie man die Auswirkungen einer Baustelle für die Gastronomie und den Handel abfedern kann. Das Bild mache neugierig, sorge für Aufmerksamkeit und locke die Menschen zu den Geschäften, die trotz der Bagger weiterhin völlig problemlos erreichbar sind.

Auch Nina Ziegler, Geschäftsführerin der StadtLeben GmbH, freut sich über das gelungene Projekt. Solche Aktionen zeigten laut Ziegler, was möglich sei, wenn Stadt, Handel und Stadtmarketing gemeinsam an einem Strang ziehen. Das 3D-Motiv schaffe Aufmerksamkeit weit über die Königstraße hinaus und mache Lust, die Innenstadt ganz neu zu entdecken.

Die Aktion reiht sich ein in eine ganze Kette von Ideen für die „Kingstreet“: Nach einem Torwandschießen und einer Eisgutschein-Aktion in den letzten Wochen stehen die nächsten Überraschungen für die Besucher schon in den Startlöchern.

 

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