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Restaurantführer sind sich einig: Deidesheim ist die gastronomische Hauptstadt der Pfalz

23. Dezember 2013 | Kategorie: Allgemein, Bücher, Ratgeber, Regional, Rheinland-Pfalz

 

Zu einem guten Essen gehören auch die entsprechenden Getränke.
Foto: Ahme

Pfalz. Gastrokritiker, Weinkenner und Journalist Manfred Novak hat exklusiv für den Pfalz-Express die wichtigsten Restaurantführer unter die Lupe genommen und berichtet hier über sie.

„Die Restaurantführer mit der Jahreszahl 2014 sind sich einig: Die meisten Spitzenlokale in der Pfalz verzeichnet Deidesheim. Dabei glänzt die Weinbaugemeinde mit Lokalen vom Gourmettempel bis zur Weinstube.

Schwarzer Hahn, Freundstück, Sankt Urban, die Kanne, Leopold (im Weingut von Winning) sind alte Bekannte; das „Hippo“ im Kaisergarten tauchte neu auf.  Besonders in dem handlichen Büchlein des „Feinschmecker“-Magazins bekommt Deidesheim viel Raum.

Das liegt auf der Linie dieses Führers, der sich vor allem auf Großstädte und Zentren der Spitzengastronomie konzentriert. Mit aussagefähigen Kurztexten schildert er Stil und Stärken eines jeden Hauses, das er mit bis zu 5 F-Symbolen benotet – ein System, das auch die meisten anderen Führer auf ihre Weise benutzen. .

So kennzeichnet der Guide Michelin unterhalb seiner ein bis drei Sterne eine „gute Küche zu moderaten Preisen“ mit dem Reifenmännchen Bib-Gourmand, bevor er weitere Lokale im Sinne einer Empfehlung lediglich noch nennt. Die „rote Bibel“ ist in ihrer informativen Fülle und Übersichtlichkeit der Klassiker, der einen Standard  setzt. Nicht ohne Grund spricht man von einem Sternelokal oder der Sternegastronomie, die ihrerseits genau um die umsatzsteigernde Wirkung einer solchen Auszeichnung weiß.

Der Stern ist auch ein Stichwort für den konzeptionell ähnlichen wie auch ähnlich guten Führer des Batterieproduzenten VARTA. Die Benotung beim VARTA kann als streng gelten. Er hat die ersten drei Notenstufen sozusagen in eine einzige Kategorie gepackt, nämlich den VARTA-Stern-Tipp, der in ganz Deutschland nur 150 Lokale ziert. Der VARTA verleiht auch seinen Tipp ohne Stern für eine Küche von hoher Qualität zu weniger hohem Preis recht zurückhaltend. Dies macht seine Benotung bis hinunter zur einfachen Empfehlung eines Lokals um so verläßlicher.

Der Gault Millau vergibt null bis vier „toques“ (Kochhauben), wobei er in Anlehnung an das französische Schulnotensystem etwa bei zwei Hauben zwischen 15 und 16 Punkten unterscheidet. Vor allem der ausführlichen Texte wegen sehen viele Leser im Gault Millau den Hecht im Karpfenteich. Die Texte, die auf der einen Seite die Bewertung nachvollziehbar machen, sparen auf der anderen Seite nicht mit offener Kritik, die mitunter durchaus bissig ausfallen kann. Die Noten vergibt man jenseits der Spitze etwas entspannter.

Ein reiner Restaurantführer ist der mit der Marke ARAL verbundene Schlemmeratlas – sein Pendant für die Hotellerie ist der ähnlich umfangreiche Schlummeratlas. Der sehr gut zu lesende Schlemmeratlas kombiniert die wesentlichen Fakten zur jeweiligen Küche mit ansprechendem Bildmaterial.

Dafür, daß er für bis zu fünf Bestecke als Note nicht mit Lob spart, bietet er andererseits einen recht vollständigen Überblick über die Spitzengastronomie in Deutschland und Teile des angrenzenden Auslands.

Daß die Noten für die Lokale zumeist gerecht bzw. objektiv sind, wird sich spätestens in der Zusammenschau mehrerer Führer bestätigen. Grundlage für die Bewertung ist in aller Regel ein jeweils anonymer, unangemeldeter (Test-)Besuch vor Ort. Auch in der Pfalz zeigt die Gesamtschau der Führer ein ähnliches Gruppenbild wie im Vorjahr.

Die „Krone“ in Herxheim-Hayna liegt  eine Nasenlänge vor dem „schwarzen Hahn“. Nach ihnen kommen (inzwischen ohne Stern) Dieter Luther in Freinsheim, Steverdings Isenhof in Knittelsheim und das nach dem Grafen Walram benannte Restaurant im Schloß zu Bad Bergzabern.

In das folgende Feld der alten Bekannten brachte Benjamin Peifer besondere Bewegung. Im zweiten Anlauf erkochte sich der noch sehr junge Mann in seinem Restaurant „Urgestein“ im Steinhäuser Hof zu Neustadt seinen ersten Stern.

Ludwigshafen hat den Weggang des Teams vom „Marly“ nach Mannheim verkraftet. An gleicher Stelle hat nun das neue „atable“ ähnlich gut eingeschlagen. In Hainfeld/Südliche Weinstraße wird Philip Arens nach dem Michelin-Bib jetzt auch beim Gault Millau mit 14 Punkten ähnlich hoch gehandelt. Neu in die Bestenlisten eingetragen haben sich der „Riese“ in Kandel, Gehrleins Hardtwald (Neupotz) sowie Grünwedels Restaurant in Neustadt-Diedesfeld“. (Manfred Novak)

Die wichtigsten Gastroführer sind sich einig: Deidesheim ist die gastronomische Hauptstadt der Pfalz.
Fotocollage: Ahme

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