Ankara – Der Fall des in der Türkei inhaftierten „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel wird dort getrennt von denen anderer Journalisten in der sogenannten RedHack-Affäre verhandelt.
Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Yücels Anwälten am Freitag in Istanbul. Die RedHack-Affäre war offenbar der Ausgangspunkt des Vorgehens gegen Yücel. Dabei geht es um E-Mails des türkischen Energieministers Berat Albayrak, die das linke Hackerkollektiv RedHack in Umlauf gebracht hatte.
Albayrak ist ein Schwiegersohn von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. Yücel hatte wie zahlreiche andere Reporter über die E-Mail-Affäre berichtet. Ende Dezember 2016 meldete die regierungsnahe Zeitung Sabah in ihrer Online-Ausgabe, gegen Yücel und sechs andere Journalisten werde im Zuge der RedHack-Affäre unter anderem wegen Datenmissbrauchs ermittelt.
Yücel meldete sich später bei der Polizei, wurde aber wegen Volksverhetzung und Terrorpropaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK sowie die islamische Gülen-Bewegung inhaftiert. Türkische Medien hatten am Donnerstag berichtet, die Anklageschrift gegen Yücel wie gegen die sechs anderen Verdächtigen in der RedHack-Affäre sei nun vorgelegt worden.
Tatsächlich, so erklärte die Staatsanwaltschaft gegenüber Yücels Anwälten, werde nun lediglich gegen fünf der sieben Verdächtigen gemeinsam Anklage erhoben. Das Verfahren gegen Yücel und einen weiteren Journalisten sei davon getrennt worden.
Wann Anklage gegen Yücel erhoben wird, ist damit weiter unklar, ebenso wie die genauen Vorwürfe gegen den Journalisten. (dts Nachrichtenagentur)

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