Donnerstag 15.Oktober 2026

Radverkehrskonzept für Südliche Weinstraße: Bürger geben Input zu über 500 Maßnahmen

9. März 2026 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße

Beim Workshop zum Radverkehrskonzept Südliche Weinstraße in Birkweiler.
Foto: KV SÜW

SÜW – Die Bürger im Landkreis Südliche Weinstraße haben sich aktiv an der Erstellung des neuen Radverkehrskonzepts beteiligt.

Bei der zweiten Runde der Online-Beteiligung wurden 4.435 Bewertungen zu geplanten Maßnahmen abgegeben, berichtete Erik Drawe von der Frankfurter Planungsgesellschaft RV-K Anfang März bei einem Workshop in Birkweiler.

Zum Workshop waren Vertreter aller Verbandsgemeinden und Ortsgemeinden eingeladen. Sie diskutierten die Priorisierung der geplanten Streckenmaßnahmen, die im Entwurf des Konzepts enthalten sind. Auf Stellwänden und Plänen konnten die Kommunen ihre Ortskenntnisse einbringen, Anpassungsvorschläge machen und offene Fragen klären.

Warum ein Radverkehrskonzept nötig ist

Landrat Dietmar Seefeldt erklärte zu Beginn: „Ziel ist es, ein sicheres und attraktives Radverkehrsnetz für den Alltagsverkehr zu schaffen.“ Nicht alle Maßnahmen könnten sofort umgesetzt werden, manche würden lange dauern oder in der Praxis schwer realisierbar sein. Dennoch sei das Konzept für den gesamten Kreis eine wichtige Planungsgrundlage für die kommenden Jahre. Seefeldt betonte außerdem: „Ein Radverkehrskonzept ist häufig Voraussetzung, um Fördermittel für einzelne Maßnahmen zu erhalten.“

Nach der ersten Online-Beteiligung im Mai 2025 hatte RV-K einen ersten Entwurf für das zukünftige Radverkehrsnetz von über 650 Kilometern erarbeitet. Rund 1.200 Vorschläge von Bürgern wurden berücksichtigt. Das Planungsbüro ist etwa 850 Kilometer Radwege abgefahren, um sich ein eigenes Bild von den Strecken zu machen.

Daraus entstanden rund 500 konkrete Maßnahmen, von kleinen Verbesserungen wie „Einbahnstraßen für Radverkehr öffnen“ oder „Übergänge von Radwegen auf die Fahrbahn verbessern“ bis hin zum Neubau neuer Radwege.

Hohe Beteiligung in der zweiten Phase

Zu Jahresbeginn konnten Bürger die Maßnahmen auf einer Internetseite bewerten und kommentieren. Dabei gab es 4.213 positive Bewertungen und 388 Kommentare. „Das ist eine sehr hohe Beteiligung, gemessen an den Einwohnerzahlen und im Vergleich zu ähnlichen Projekten“, erklärte Erik Drawe.

Nach dem Workshop wird das Büro RV-K ein schriftliches Konzept erstellen. Es fasst alle empfohlenen Maßnahmen sowie Stellungnahmen von Interessengruppen wie Landwirtschafts- und Forstverbänden oder Naturschutzbehörden zusammen. Drawe betonte, dass das Konzept die üblichen Planungs- und Genehmigungsverfahren nicht ersetzt.

In einer der kommenden Sitzungen will sich der Kreistag als höchstes politisches Gremium des Landkreises mit dem fertigen Radverkehrskonzept befassen.

Alle vorgeschlagenen Maßnahmen, Bewertungen und Kommentare sind weiterhin online einsehbar auf radverkehrskonzept-suedliche-weinstrasse.de

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