Neustadt / Weinstraße. PfalzMetall-Präsident Johannes Heger kritisiert den von der IG Metall für morgen angekündigten Aktionstag zu Werkverträgen in der Metall- und Elektroindustrie. „Die Gewerkschaft skandalisiert Werkverträge aus rein egoistischen Gründen: Sie möchte neue Mitglieder bei Dienstleistern der Metall- und Elektrounternehmen gewinnen und zudem die Mitbestimmung ausweiten“, so Heger.
Werkverträge seien Alltag in der arbeitsteilig organisierten M+E-Industrie. „Werkverträge sind ein unverzichtbarer Baustein unserer internationalen Wettbewerbsfähigkeit.
Denn sie erlauben es Unternehmen sich auf das zu konzentrieren, was sie am besten können“, sagt der PfalzMetall-Präsident. Heger erinnert zudem daran, dass Mitarbeiter in Werkvertragsunternehmen keine Arbeitnehmer zweiter Klasse seien.
„Es gibt sehr viele tarifgebundene Metall- und Elektro-Unternehmen, die ihre Leistungen auf Grundlage von Werkverträgen erbringen. Die IG Metall greift mit ihrem Aktionstag unsere Branche und die eigenen Mitglieder an“, so Heger. Und auch andere Branchen wie Logistik oder Industriedienstleistungen seien keine rechts- und tariffreien Räume.
Missbrauch gebe es, beispielsweise dann, wenn über eine Werkvertragskonstruktion verdeckte Arbeitnehmerüberlassung stattfinde. „Das ist aber heute schon rechtswidrig.“ Für eine starke Zunahme von Werkverträgen gebe es keine Hinweise, schon gar nicht in der M+E-Industrie, deren Beschäftigtenzahl mit 3,8 Millionen ein neues Allzeithoch erreicht habe.
Der Forderungen nach mehr Mitbestimmung bei Werkverträgen erteilt Heger eine Absage. „Es muss Entscheidung der Unternehmen bleiben, welche Aufgaben sie selbst erledigen oder besser an andere Firmen vergeben. Denn im Gegensatz zum Betriebsrat haftet der Unternehmer für eine Fehlentscheidung in dieser Frage.“(red)

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