
Ein beeindruckendes und schönes Konzert fand in der Katholischen Kirche in Forst mit PalatinaKlassik, Professor Kraemer und Robert Frank (links) statt.
Foto: Ahme
Forst. Zu einer Festlichen Matinee luden heute der Chor PalatinaKlassik und das Weingut Acham-Magin in die katholische Pfarrkirche St. Margareta in Forst ein.
Es ist das zweite Konzert, das Anna-Barbara Acham veranstaltet hat. Normalerweise hätte ein Konzert solcher Güte unbedingt ausverkauft sein müssen. Dass es das nicht war, lag bestimmt nicht an der Qualität des Konzertes. „Es hätten noch mehr Menschen erleben müssen, welch wundervolle Musik heute in Forst zu hören war“, sagte Anna-Barbara Acham und bedankte sich bei Leo Kraemer, seinem Chor PalatinaKlassik und dem besonderen Gast Robert Frank.
Frank war Konzertmeister des Nationaltheaters Mannheim und wurde vor fast genau einem Jahr von der Musikalischen Akademie des Nationaltheaterorchesters krankheitsbedingt in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet. Als Geigenvirtuose trat er in unzähligen Opern und Konzerten als Solist auf.
Jetzt ist Frank wieder nach langer Krankheit genesen und hat sich im heutigen Konzert mit einem Violinensolo von Bach und im Duett mit Kraemer (Händel-Sonate F-Dur), Mozart Adagio für Violine und Klavier sowie Corellis „La Folia“ sicherlich ein musikalisches Denkmal gesetzt.
„Man wünscht sich, dass diese Musik nie aufhören soll“, sagte denn auch eine Zuhörerin beim Adagio.
Bach´s Allemande und Gigue zeigten die wahre Meisterschaft eines Geigers, erklärte Kraemer. „Sie wird von Geigern bewundert und wegen ihrer Hürden gefürchtet“.
Das PalatinaKlassik-Vokalensemble führt 40 Sänger des pfälzischen und saarländischen Raumes zusammen und gilt als eines der profiliertesten Ensembles seiner Art im deutschen Südwesten. PalatinaKlassik wurde vor zwei Jahren von Professor Kraemer gegründet und findet sich regelmäßig zu Projekten zusammen.
Heute umfasste das Programm Joseph Haydn mit Auszügen aus seiner Missa brevis Sancti Joannis de Deo in B-Dur. Die Kleine Orgelsolomesse gehört zu den meistaufgeführten Kirchenwerken Haydns. „Haydn steht oft zu Unrecht im Schatten anderer Komponisten“, bedauerte Leo Kraemer.
Von Wolfgang Amadeus Mozart war die Motette Ave verum corpus zu hören. Aus den sechs Sprüchen für 8stimmigen gemischten Chor von Felix Mendelssohn-Bartholdy, sang der Chor sehr prägnant „Lasset uns frohlocken und „Erhaben, o, Herr, über alles Lob“.
In der Motette des estnischen Komponisten Rudolf Tobias erlebten die Zuhörer eine Begegnung mit einem Spätromantiker, dessen Pfingstgesang “Wisset ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid” in den Zeiten des Zerfalls der Sowjetunion und der Gründung eines eigenständigen Staates Estland zur Hymne der Unabhängigkeitsbewegung in dem baltischen Land wurde, wie Kraemer den Zuhörern erläuterte.
Im Anschluss an die Matinee wurde zu einem Glas Sekt im Pfarrgarten der Katholischen Kirche eingeladen, danach gab es im nahe gelegenen Weingut Acham-Magin ein Kulinarium mit Pfälzer Wein und Köstlichkeiten der regionalen Küche. Mit dabei der Chor nebst Dirigent. Man hatte das Piano aus der Kirche geholt, sodass den Gästen nach dem Essen noch Gelegenheit geboten wurde, sich das eine oder andere Volkslied anzuhören.
Der Chor wird auch in diesem Jahr viel unterwegs sein. Mit insgesamt 23 Konzertterminen wird das ambitionierte PalatinaKlassik-Programm des Vorjahres sogar noch übertroffen.
Im Oktober werden Konzerte mit deutschen und russischen Musikern in einem drei Länder übergreifenden Großprojekt “Gedenken an den Ausbruch des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren” in Russland, Deutschland und Italien zur Aufführung gelangen. Dabei stehen die Komponisten Anton Bruckner und Johannes Brahms im Mittelpunkt des Geschehens.
Am 9. Oktober wird Bruckners F-Moll-Messe in der Philharmonie des Staatlichen Konservatoriums Kasan/Russland aufgeführt, bevor sich dann 120 russische Musiker auf den Weg nach Deutschland machen, um das gleiche Werk in Speyer (18. Oktober) sowie das Deutsche Requiem von Johannes Brahms in Landau (17. Oktober) zusammen mit dem PalatinaKlassik-Vokalensemble aufzuführen.
Am 24. und 25. Oktober gastieren beide Gruppierungen im Rahmen des Festivals “Internazionale musica e arte sacra” in den Päpstlichen Basiliken Santa Maria Maggiore und Sant’Ignazio in Rom. (desa)
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