
Schweigeminute am 4. Februar für die beiden getöteten Polizisten Yasmin B. und Alexander K.
Foto: Polizeipräsidium Rheinpfalz
Kaiserslautern – Der mutmaßliche Polizistenmörder Andreas S. ist in der Vergangenheit noch häufiger mit dem Gesetz in Konflikt gekommen als bisher bekannt.
Seit 2004 wurden allein bei der Staatsanwaltschaft Saarbrücken 24 strafrechtliche Ermittlungsverfahren gegen S. geführt, darunter eines wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung und versuchten Betrugs, das noch anhängig ist.
Im Jahr 2006 wurde der heute 38-Jährige zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er einem Jagdkumpan mit einem Flintenschuss schwere Verletzungen an Hals, Brust und Auge zugefügt hatte. Der Vorfall wurde als Jagdunfall gewertet.
Die Aberkennung von Jagdschein und Waffenbesitzkarte zog sich über mehrere Jahre, weil S. sich mit Widersprüchen und Gerichtsverfahren wehrte. Nach Ablauf einer Frist beantragte er seinen Jagdschein erneut und bekam ihn 2012 und zuletzt 2017 auch erteilt. 2020, als mehrere Verfahren gleichzeitig gegen ihn liefen, beantragte er keine weitere Verlängerung. Trotzdem wurde bei nach seiner Verhaftung ein großes Waffenarsenal bei S. gefunden.
Ermittler halten S. für dringend tatverdächtig, Ende Januar im Landkreis Kusel eine Polizeianwärterin und einen Polizisten erschossen zu haben, um gewerbsmäßige Wilderei zu verdecken. Er und ein weiterer Tatverdächtiger sitzen in Untersuchungshaft.
Beerdigung in dritter Februarwoche
Die Beisetzung der getöteten Polizisten findet Mitte Februar statt. Alexander K. wird am 15. Februar 2022 um 14 Uhr auf dem Friedhof in Freisen im Saarland beerdigt. Yasmin B. wird am 16. Februar 2022 um 11 Uhr auf dem Friedhof in Homburg-Erbach, ebenfalls im Saarland, bestattet. Die Landesregierung Rheinland-Pfalz bereitet zusammen mit der Polizei eine offizielle Trauerfeier vor. Ein Termin wird noch bekannt gegeben.
(dts Nachrichtenagentur/red)
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