
Foto: dts Nachrichtenagentur
Stockholm – Von der Nische zum Nobelpreis: Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an die ungarische Biochemikerin Katalin Karikó und den US-Immunologen Drew Weissman. Das teilte das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mit.
Beide wurden für ihre Entdeckungen zu Nukleosid-Basenmodifikationen ausgewählt, die die Entwicklung wirksamer mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19 ermöglichten. Der Preis ist mit zehn Millionen schwedischen Kronen, umgerechnet etwa 865.000 Euro, dotiert.
Die beiden Wissenschaftler haben entscheidend dazu beigetragen, dass diese neue Art von Impfstoffen in Rekordzeit entwickelt und eingesetzt werden konnten, zum Beispiel in der Corona-Pandemie.
Die Grundlagenforschung zu mRNA-Impfstoffen beinhaltete folgende Schritte:
- Die Erforschung der Struktur und Funktion von mRNA, einer Art von Molekül, das genetische Informationen von der DNA zu den Proteinen überträgt.
- Die Entwicklung von Methoden, um mRNA künstlich herzustellen und zu modifizieren, damit sie stabiler ist und vom Immunsystem nicht abgebaut wird.
- Die Entdeckung, wie man mRNA in Lipid-Nanopartikel verpackt, um sie in die Zellen zu transportieren und freizusetzen.
- Die Erprobung der Wirksamkeit und Sicherheit von mRNA-Impfstoffen in Tiermodellen und klinischen Studien.
Die mRNA-Impfstoffe funktionieren, indem sie die Zellen anweisen, ein bestimmtes Protein des Coronavirus herzustellen, das als Spike-Protein bezeichnet wird. Dieses Protein regt das Immunsystem an, Antikörper und T-Zellen zu bilden, die das Virus erkennen und bekämpfen können. Die mRNA-Impfstoffe verändern nicht das Erbgut der Zellen, sondern werden nach kurzer Zeit abgebaut.
Die beiden Preisträger haben über mehrere Jahre hinweg an der mRNA-Forschung gearbeitet, oft unter schwierigen Bedingungen und mit wenig finanzieller Unterstützung. Ihre Arbeit hat jedoch die Grundlage für die Entwicklung von Impfstoffen gegen Covid-19 und andere Krankheiten geschaffen.
Weitere Vergabetermine Nobelpreis
Die Bekanntgabe der Nobelpreisträger im Bereich Medizin läutet traditionell den Auftakt der Nobelpreis-Woche ein. Am Dienstag wird die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften den Träger der Auszeichnung in dem Bereich Physik publik machen, am Mittwoch folgt der Bereich Chemie und am Donnerstag der Literaturnobelpreis. Der Träger des Friedensnobelpreises wird am Freitag in Oslo bekannt gegeben und mit Spannung erwartet.
Der Nobelpreis gilt als die höchste Auszeichnung in den berücksichtigten Disziplinen und wird jedes Jahr an Alfred Nobels Todestag, dem 10. Dezember, verliehen. Der Friedensnobelpreis wird in Oslo übergeben, alle anderen Preise in Stockholm. (dts Nachrichtenagentur/red)
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