Sonntag, 25. Februar 2024

Landauer putzen Stolpersteine in Erinnerung an vertriebene und ermordete Juden

29. Januar 2024 | Kategorie: Landau, Regional

Stolpersteine reinigen rund um den Holocaust-Gedenktag die Stolpersteine im Landauer Stadtgebiet – auch die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft machten mit.
Quelle: Stadt Landau

Landau – 318 Stolpersteine erinnern in der Stadt Landau an Mitbürger jüdischen Glaubens, die im Nationalsozialismus verfolgt, vertrieben und ermordet worden sind. Rund um den Holocaust-Gedenktag sorgten engagierte Landauer jetzt dafür, dass die Mahnmale wieder glänzen.

Oberbürgermeister Dominik Geißler und Stadtarchivarin Christine Kohl-Langer danken allen, egal ob Einzelpersonen, Parteien, Vereinen oder Institutionen, die die Stolpersteine anlässlich des Gedenktags – dem Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz – gereinigt haben. 

Landaus Oberbürgermeister Dominik Geißler beim Säubern des Stolpersteins von Olga Loeb vor dem Frank-Loebschen Haus in Landau.
Quelle: Stadt Landau

Geißler selbst reinigte am Holocaust-Gedenktag den Stolperstein von Olga Loeb vor dem Frank-Loebschen Haus. Zuvor erinnerte er bei einer Gedenkfeier im Innenhof des historischen Gebäudes an das unermessliche Leid der Landauer Juden im Holocaust. „Wenn es heute gelänge, in Landau wieder eine jüdische Gemeinde einzurichten, wäre das ein wunderbares Zeichen“, so die Hoffnung des Landauer Oberbürgermeisters für die Zukunft.  

Die Gedenkstunde wurde von Michael Letzel am Akkordeon musikalisch begleitet; es folgten ein Zeitzeugenbericht aus dem Frank-Loebschen-Haus, vorgetragen  von der  Bundesfreiwilligendienstleistenden (Bufdi) des Stadtarchivs Sonja Herty, die Rede des Oberbürgermeisters, das Putzen des Stolpersteins vor dem Frank-Loebschen Haus und die Vorstellung der Biographie Olga Loebs, einer Cousine von Anne Franks Vater, durch Stadtarchivarin Christine Kohl-Langer. Die Stadtarchivarin setzt sich seit 2008 für die Landauer Stolpersteininitiative ein.

Quelle: Stadt Landau

Stolpersteine sind Messingtafeln auf kleinen Pflastersteinen mit den Lebensdaten von NS-Opfern, die vor deren letzten frei gewählten Wohnorten in den Boden eingelassen werden. Eine Karte mit allen Landauer Stolpersteinen findet sich im städtischen GeoPortal auf https://maps.landau.de. Wer sich vorstellen kann, eine Patenschaft für einen Stein für 120 Euro zu übernehmen, kann sich per E-Mail an stadtarchiv@landau.de bei Christine Kohl-Langer melden. Die nächste Verlegung ist für das Spätjahr 2024 geplant.

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