
Zecken können gefährliche Infektionskrankheiten übertragen.
Foto: Pixabay/JerzyGorecki/CC0 Creative Commons
Der Frühling hat nicht nur gute Seiten: Wenn die Temperaturen steigen, sind auch die Zecken wieder aktiv. Da sie Infektionskrankheiten übertragen können, rät das Landesuntersuchungsamt (LUA), sich bei beim Aufenthalt in der Natur vor den Plagegeistern zu schützen.
Bis zu 30 Prozent der Zecken sind laut Robert Koch-Institut (RKI) mit Borrelien infiziert, dem bakteriellen Erreger der Lyme-Borreliose. Die Gefahr einer Infektion besteht in allen Teilen Deutschlands. In Rheinland-Pfalz wurden dem LUA im Jahr 2017 insgesamt 1.083 Fälle von Borreliose gemeldet
Die Erkrankung beginnt beim Menschen oft mit der sogenannten Wanderröte um den Zeckenstich herum. Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Müdigkeit können hinzukommen.
Im weiteren Verlauf kann es zu Nervenschmerzen und neurologischen Ausfällen sowie der Lyme-Arthritis kommen, bei der sich erst Monate bis Jahre nach der Infektion die Gelenke entzünden. Die Diagnose kann mitunter schwierig sein – vor allem, wenn keine Wanderröte auftritt. Die Lyme-Borreliose sollte so früh wie möglich mit Antibiotika behandelt werden, eine Impfung gibt es nicht.
Auch die lebensbedrohliche Viruserkrankung FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) wird von Zecken übertragen. Anders als bei der Lyme-Borreliose ist die Gefahr einer Ansteckung mit FSME nicht überall in Deutschland gleich hoch.
Das Robert Koch-Institut gibt regelmäßig eine Karte mit so genannten FSME-Risikogebieten heraus. Danach ist das Risiko, durch einen Zeckenstich an FSME zu erkranken, in Baden-Württemberg, Bayern sowie in Teilen Thüringens, Hessens und Sachsens höher.
In Rheinland-Pfalz ist der Landkreis Birkenfeld seit einigen Jahren Risikogebiet, im Saarland der Saar-Pfalz-Kreis. Bei den rheinland-pfälzischen Kreisen, die an Baden-Württemberg und Hessen grenzen, fungiert der Rhein als natürliche Barriere.
Nicht jeder Zeckenstich führt zu einer Infektion. Im Südwesten Deutschlands sind bis zu 2,3 Prozent der Zecken mit dem FSME-Virus befallen. Eine Untersuchung von Zecken aus städtischen Naherholungsgebieten im Saarland und Rheinland-Pfalz, an der auch das LUA beteiligt war, ergab indes nur einen Befall bei 0,1 Prozent der Zecken.
Bei etwa jedem dritten Infizierten treten Fieber und grippeähnliche Symptome auf. Nach einem fieberfreien Intervall von ein bis drei Wochen folgt bei etwa zehn Prozent der Infizierten eine zweite Krankheitsphase mit erneutem Anstieg des Fiebers. In dieser Phase können gefährliche Entzündungen des Gehirns, der Hirnhäute sowie der Nervenbahnen und Nervenwurzeln auftreten. Erfreulich: 2017 registrierte das LUA in Rheinland-Pfalz keinen einzigen FSME-Fall. Im Jahr davor waren es fünf gewesen.
Gegen das FSME-Virus gibt es eine wirksame Impfung. Sehr ratsam ist die Impfung vor allem für Personen, die in einem FSME-Risikogebiet leben und sich in der freien Natur aufhalten oder dort z.B. einen Wanderurlaub planen. Generell impfen lassen sollten sich bestimmte Berufsgruppen wie Förster, Waldarbeiter und Jäger.
Tipp: So kann man sich vor Zeckenstichen schützen:
- Lange Kleidung schützt. Auf heller Kleidung sind Zecken zudem leichter zu entdecken
- Ein Insekten- und Zeckenabwehrmittel kann zusätzlich auf die Haut aufgetragen werden, bietet aber keinen umfassenden Schutz
- Nach einem Aufenthalt in der Natur oder im Garten sollte die Kleidung gewechselt und der Körper nach Zecken abgesucht werden, vor allem Kniekehlen, Leistengegend, Armbeugen und Kopfhaut
- Zecken sollten schnellstmöglich mit einer Pinzette, einer Zeckenzange oder einer Zeckenkarte entfernt werden (lua)
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