
Derzeit ist die Rheinstraße in Arbeit – und damit die Gelegenheit, die Speed-Pipes zu verlegen, günstig.
Fotos: Pfalz-Express/Licht
Kandel – Der Stadtrat hat bei seiner Sitzung am Donnerstag beschlossen, Anwohner der Rheinstraße zur Verlegung von Speed-Pipes für ein schnelles Internet zu befragen. Vorausgegangen war dem Beschluss ein Antrag der Fraktion Die Linke.
Die Rheinstraße wird derzeit saniert und umgebaut, der Belag ist im vorderen Teil (von der Ecke Bahnhofstraße aus gesehen) bereits entfernt. Ursprünglich war geplant, Leerrohre zu verlegen, um später, wenn sich ein Provider gefunden hätte, Glasfaserkabel einzuschieben.
Ein Anwohner der Rheinstraße hatte eine bessere Idee und machte darauf aufmerksam: Ein sofortiger Anschluss mit den sogenannten Speed-Pipes. Das wäre im Übrigen auch für andere Gemeinden interessant.
Kein zweiter „Aufriss“ der Gehwege
Diese Lösung ist erstens kostengünstiger und zweitens kann vermieden werden, dass zu einem späteren Zeitpunkt die Bürgersteige wieder aufgerissen werden müssen, da die Speed-Pipes gleich direkt an die Hauszugänge gelegt werden.
Allein das Material für die Leerrohre der ursprünglichen Lösung beliefen sich auf etwa 40.000 bis 50.000 Euro, erklärte Büroleiter Jens Forstner – ohne Arbeiten und weiter entstehende Kosten.
Linke-Fraktionssprecher Volker Blatsch hatte zu besseren Anschaulichkeit ein Modell der Speed-Pipes mitgebracht – ein schmales Rohr, gefüllt mit farbigen, kleinen Röhrchen, mit denen die entsprechenden Hauszugänge schon durch die Farbe markiert sind.

Volker Blatsch mit einem Speed-Pipe-Teilstück und einer „Weiche“.
Bei einem sofortigen Anschluss mit Glasfaser durch die Speed-Pipes lägen die Kosten bei etwa 150 bis 200 Euro. Ebenso, wenn die Speed-Pipes in das Anwesen gelegt werden, der Telekommunikationsanschluss aber erst später erfolgen soll. In diesem Fall würde mit Druckluft ein dünnes Glasfaserkabel in die Speed-Pipe eingeblasen werden – keine große Sache also.
Verzichtet man auf einen Anschluss mit Speed-Pipes, muss später der Bürgersteig wieder aufgerissen werden. Eine teure Angelegenheit mit mindestens 1.500 Euro Kosten – insbesondere wegen des speziellen Betons, der in der Rheinstraße vorgesehen ist, erläuterte CDU-Ratsmitglied Michael Gaudier.
Bürger werden angeschrieben
Der Rat zeigte sich aufgeschlossen. Die Stadt will nun alle Anwohner entlang der Rheinstraße anschreiben und herausfinden, wer einen Glasfaseranschluss bestellen würde. Bestätigen dies ausreichend viele Anwohner, sollen die Speed-Pipes zum Einsatz kommen.
Auch an die nachfolgende Generation solle gedacht werden, wurde von den Ratsmitgliedern eingeworfen – wer älter sei und vielleicht kein schnelles Internet brauche oder wolle, könne durchaus beispielsweise seinen Enkeln diese Möglichkeit bieten.
Jens Krüger (SPD) wies daraufhin hin, dass man möglicherweise in fünf bis zehn Jahren gar keine Kabel mehr bräuchte, wenn mit der G5-technoligie Funkmasten die Versorgung übernähmen.
Trotzdem muss natürlich die Versorgung mit schnellem Internet in den nächsten Jahren gewährleistet sein. Kandel kann nicht auf künftige Technologien warten.
Blatsch: „Wir wollen, dass den Bürgern die zukunftsweisende Technologie vorgestellt wird und später keine unnötigen Mehrkosten für die Anwohner der Rheinstraße entstehen. Allein darin sehe ich meinen Auftrag als Mandatsträger im Stadtrat.“ (cli)



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