Köln – Die Mietspiegel in nahezu allen deutschen Großstädten liefern kein realistisches Bild der aktuellen Mietpreise.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), die den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vorliegt und auf Daten des Forschungsunternehmens F+B basiert.
Danach sei der tatsächliche Mietzins bereits viel höher als es der Mietspiegel vorgibt. Besonders groß ist die Abweichung in Berlin. Hier lagen die durchschnittlichen Marktmieten im ersten Quartal dieses Jahres 17,4 Prozent über der durchschnittlichen ortsüblichen Vergleichsmiete.
In anderen Großstädten ist die Lage kaum besser: In Hamburg lag der Mietzins Anfang des Jahres 14,7 Prozent über dem des Mietspiegels, in München 12,5 Prozent. „Der Mangel an aktuellen Daten ist ein Hauptproblem des Mietspiegels“, urteilt IW-Experte Michael Voigtländer.
Berlin etwa habe für den aktuellen qualifizierten Mietspiegel knapp 9.000 Interviews durchgeführt, auf deren Basis dann Mieten differenziert nach Lagen und Ausstattungen ermittelt worden seien. Doch „das genüge keinen wissenschaftlichen Standards“, heißt es in der Untersuchung.
Die Datenlage sei „mager“ und „wenig repräsentativ“. Bei einem Markt mit 1,35 Millionen frei-finanzierten Mietwohnungen relativierten sich 9.000 Interviews schnell. Auch kritisieren die Forscher, dass Mietspiegel laut Gesetz nur alle zwei Jahre erstellt werden müssen und die Daten auf dem Wohnzins der letzten vier Jahre basieren.
Gerade in dynamischen Märkten wie Berlin ergeben sich dadurch in bestimmten begehrten Lagen große Abweichungen. (dts Nachrichtenagentur)

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