
Erholungssuchende im Offenbacher Wald.
Quelle: rechtefrei
Offenbach. Anfang März fand ein Waldspaziergang statt, bei dem das Forstamts Haardt Vertreter der Gemeinden im Revier Herxheim-Queichwaldungen über den Zustand des Waldes und das Thema Verkehrssicherung informierte.
In Gesprächen wurde erläutert, welche Folgen sich daraus für die Waldbesitzer ergeben.
An vier Stationen wurden die Folgen des Klimawandels gezeigt und erklärt, was dies für Waldbesitzer bedeutet. Der Wald darf von allen zu jeder Zeit betreten werden – ein hohes Gut. Dabei müssen Waldbesucher jederzeit mit den sogenannten „waldtypischen Gefahren“ wie zum Beispiel herabfallenden Ästen, umstürzenden Bäumen und anderem rechnen.
Doch werden an einem Punkt Infoschilder, Schautafeln, Bänke oder Ähnliches aufgestellt, welche Waldbesucher zum Verweilen einladen, gilt für den Waldbesitzer die Verkehrssicherungspflicht: Alles, was zur Gefahr werden könnte, muss entfernt werden. „Es lohnt sich also immer, genau zu überlegen, was man an welcher Stelle aufstellen möchte und den Schilderwald zu bündeln“, erklärte Revierleiter Philipp Mauer.
Forstamtsleiter Philipp Hannemann führte aus, wie der Wald sich mit großer Geschwindigkeit verändert. „Aufgrund der Trockenheit hat sich der Zustand des Waldes in den letzten Jahren erheblich verschlechtert.
Viele Bäume sind geschwächt. Die Verkehrssicherung ist unumgänglich und gleichzeitig ein hoher Zeit- und Kostenfaktor. Diese Aufgabe macht zurzeit rund ein Viertel der Arbeitszeit des Revierleiters aus“, sagte er. Es sei nicht davon auszugehen, dass in den nächsten Jahren nochmal so hohe Kosten im Zuge der VKS wie 2024 entstehen. Sie werden aber sicher deutlich über dem vorherigen Niveau bleiben und auch weiter eine steigende Tendenz aufweisen.
Auch ein Offenbacher Kindergarten ist von den vielen Schäden an Bäumen betroffen. Die Fläche, die bis vor kurzem einmal pro Woche genutzt wurde, birgt viele Risiken. Der Revierleiter versucht nun, in enger Abstimmung mit dem Kindergarten eine neue Fläche zu finden, die sicherer ist.
Auch Parkplätze, Bahnlinien und Straßen unterliegen der Verkehrssicherungspflicht. Eine Möglichkeit, langfristig sowohl die Risiken als auch die Kosten an diesem Punkt zu senken, ist die Anlage von abgestuften Waldsäumen.
Von der Straße ausgehend werden dabei große Bäume innerhalb einer Baumlänge Abstand entnommen und die Fläche anschließend mit Büschen und Bäumen mit einer niedrigeren Endhöhe bepflanzt. Eine solche Maßnahme wird zurzeit an der L542 zwischen Herxheim und Hayna durchgeführt.
Wie es dort später einmal aussehen könnte, kann man an de K44 sehen. Ein anderer Vorteil eines abgestuften Waldsaums ist die nochmals höhere Artenvielfalt mit einem großen Angebot an Blüten für Insekten.
Auch beim Totholz ist der ökologischer Wert als Lebensraum für Spechte, Fledermäuse und zahlreiche Insekten sehr hoch. Deshalb sollte es erhalten bleiben, wann immer es möglich ist.
Die Teilnehmer hatten während des Spaziergangs die Möglichkeit, viele Fragen zu stellen und mit den Mitarbeitern des Forstamts ihre Sorgen und Wünsche zu äußern.
Hintergrundinfos
Mit dem fortschreitenden Klimawandel nehmen auch Extremwetterereignisse wie Stürme, Hitzerekorde und Dürreperioden immer mehr zu. Diese schlagen sich in einem deutlich verschlechterten Waldzustand nieder.
Massive Vitalitätseinbußen in allen Baumarten sowie dynamische Absterbeerscheinungen sind die klimawandelbedingten Folgen im Wald. Der Offenbacher Gemeindewald ist von diesen Klimawandelfolgen besonders betroffen, da die beschriebenen Phänomene am Rande des Oberrheingrabens im Weinbauklima verstärkt auftreten.
Für Bebauung und infrastrukturelle Einrichtungen am und im Wald können vom Klimawandel geschwächte Bäume zunehmend eine Gefahr darstellen. Die Verkehrssicherungspflicht entwickelt sich so zu einem neuen Schwerpunktthema in Teilen des Forstamts Haardt.
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