Dienstag, 31. Januar 2023

Inflation drückt die Aktienkurse

8. September 2022 | Kategorie: Allgemein, Finanzen, Ratgeber
Stock Exchange in New York in der Wallstreet

Foto: Pfalz-Express

Die Preise für Verbraucher sind massiv gestiegen und das zeigt nun auch Auswirkungen direkt an der Börse. Der Druck auf die EZB steigt, mit einer Anhebung der Zinsen auf die Entwicklung zu reagieren.

Derweil musste der DAX Gewinne abgeben und rutschte dabei sogar für eine gewisse Zeit ins Minus.

Entwicklungen im Aktienhandel

Anleger sind inzwischen vorsichtiger geworden. Wie das Expertenteam von Brokerschart mitteilte, nahm die Risikobereitschaft beim Kauf europäischer Aktien deutlich ab. Stattdessen investieren sie in andere Regionen. Die Top Trading Plattformen bereiten sich darauf vor, das Angebot in diesen Bereichen und auch im Bereich Krypto auszubauen. Sollte diese Entwicklung anhalten, sind sie in der Lage, darauf entsprechend zu reagieren.

Für diese Vorsicht seitens der Anleger und der Plattformen spricht auch die Energiekrise, die sich für die kalten Monate immer deutlicher abzeichnet. Das heizt die Inflation nur noch mehr ab, die für die Euro-Zone im August einen Rekordwert von 9,1 Prozent erreicht hat. Das macht es immer schwieriger für die EZB, eine deutliche Erhöhung der Zinsen in der unmittelbaren Zukunft zu vermeiden.

Auch aus Deutschland mehren sich die Stimmen, die starke Zinserhöhungen seitens der EZB verlangen. Dazu gehört auch der Präsident der Bundesbank, Joachim Nagel. Nach seiner Meinung gibt es keinen anderen Weg, um auf die Schwäche des Euros und die Gasumlage in unserem Land zu reagieren.

Der DAX

Der DAX rutschte in den letzten Tagen des Augusts ins Minus, als die Inflationsdaten bekanntgegeben wurde. Dabei erreichte er zum Börsenschluss ein Tief von 12.835 Punkten. Das war ein Prozent unter dem Wert bei Eröffnung des Börsentages.

Der erste Abfall des Tages kam mit dem Schock angesichts der Höhe der Inflation, doch dann griff die Wall Street dem DAX unter die Arme. Sie eröffnete ihre Geschäfte mit einer guten Stimmung. Diese blieb jedoch nicht lange bestehen. Als die Gewinne an den US-Börsen schwanden, ging auch der DAX in den freien Fall und beendete den Tag mit einem deutlichen Tief.
Mit einer Teuerungsrate, die das erste Mal seit der Währungsunion die Höhe von 9,1 Prozent erreicht hat, wurden die Erwartungen der Volkswirte negativ übertroffen. Diese gingen von 8,9 bzw. von maximal 9 Prozent aus.

Besonders die Einzelwerte von Volkswagen und Porsche SE rutschten ab. Dabei verlor Volkswagen 2,6 Prozent. Bei Porsche SE betrug der Verlust sogar 3,1 Prozent. Beide Aktien hatten zuvor noch tüchtig profitiert, doch die Inflation machte dies zunichte.

Für Airbus ging der Kurs um 2,7 Prozent nach unten. SAP dagegen verzeichnete auch in dieser Situation noch einen Anstieg um 0,4 Prozent. Beide Unternehmen sorgten zur gleichen Zeit mit einem Managerwechsel für Aufsehen. Finanzchef Dominik Asam wird Airbus verlassen und bei SAP die gleichen Aufgaben übernehmen.

Der schwächste Kurs zeigte sich bei den Aktien von Befesa. Hier sank der Wert um 6,5 Prozent. Das lag auch daran, dass das Kursziel für das Unternehmen nach unten korrigiert werden musste. Die Ergebnisse für das erste Halbjahr drückten auf die Schätzungen für die Marge für das ganze Jahr.

Die Ölindustrie

Während die Preise für die Verbraucher stiegen, sanken sie für das Öl. Das schaffte auf europäischer Ebene Druck für die Aktien der Ölriesen Schell und BP. Shell verlor dabei 0,8 Prozent seines Kurses. Bei BP waren es insgesamt sogar 1,7 Prozent.

Die Banken

Bei den Banken sieht es nicht ganz so düster aus. So schaffte es die Uni-Credit, ihren Kurs um 4,5 Prozent zu verbessern. Dahinter steckte jedoch weniger das allgemeine Geschehen am Markt. Stattdessen erhielt die Großbank aus Italien das gewünschte grüne Licht von der EZB. Jetzt kann sie ihr Programm zum Rückkauf von Aktien wieder aufnehmen, was die Nachfrage in diesem Bereich ebenso nach oben befördert hat, wie die Erwartungen der Anleger.

Wall Street

Wall Street begann ihre Arbeit mit einer positiven Grundhalten und wirkte dabei für einen Moment als Rettungsnetz für den DAX. Die Anleger auf dem amerikanischen Markt begannen ihre Geschäfte mit großen Erwartungen, doch die Entwicklung überholten diese sehr bald. Das bewirkte nicht nur eine Fortsetzung des Kursverfalls des Deutschen Aktien Index. Es brachte auch den Leitindex Dow Jones in ein Minus von 0,9 Prozent, als dieser bei 31.510 Punkten schloss.

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