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Jerusalem – Die libanesische Hisbollah-Miliz errichtet offenbar ohne das Wissen des syrischen Regimes eine neue Front gegen Israel auf den syrischen Golanhöhen.
Dies soll im Rahmen einer neuen Kampfeinheit der Miliz geschehen, die unter dem Befehl eines hochrangigen Hisbollah-Kommandanten steht, berichtet die „Welt“ unter Berufung auf Quellen im israelischen Militärgeheimdienst.
Die Milath al Golan („Akte Golan“) genannte Sondereinheit wurde demnach im Sommer 2018 unter anderem auf Anweisung des Irans gegründet und umfasst heute einige Dutzend syrische Kämpfer, die von libanesischen Agenten kommandiert werden.
Sie habe die Aufgabe, Angriffe auf israelisches Gebiet vorzubereiten, schreibt die Zeitung. Israel droht Syrien nun mit militärischen Schlägen, falls das Regime die Einheit nicht umgehend auflöst.
Das könnte eine neue Eskalation an der israelisch-syrischen Grenze nach sich ziehen. Die Hisbollah und ihre Schutzmacht Iran wollten auf dem Golan eine neue Front gegen Israel eröffnen, behaupten die israelischen Militärs. Beide verfolgen offen die Vernichtung Israels. Auch zwischen Syrien und Israel herrscht offiziell Krieg.
In vergangenen Jahren eskalierten die Spannungen zwischen den Feindstaaten immer wieder. Israel flog laut eigenen Angaben Hunderte Luftangriffe gegen Ziele in Syrien, unter anderem um iranische Waffenlieferungen an die libanesische Hisbollah-Miliz zu unterbinden oder um die Errichtung iranischer Militäreinrichtungen in Syrien zu verhindern.
Bislang ließ Syriens Regime diese Angriffe zumeist unbeantwortet. Das könnte sich nun ändern. Denn Israel will die Errichtung einer neuen Front an seiner Nordgrenze „auf keinen Fall dulden“, berichtet die „Welt“ unter Berufung auf die Militärs.
Bereits im Februar bekannte Israels Premierminister Benjamin Netanjahu zu einem Angriff auf Ziele in den syrischen Golanhöhen. Diese Attacken könnten nun intensiver werden. Mit der Veröffentlichung will Israel ein Warnsignal an Damaskus senden.
Bislang sei die Hisbollah-Einheit auf den Golanhöhen so geheim, dass selbst Syriens Regierung nicht über ihre Existenz informiert worden sei, hieß es.
In vergangenen Jahren kämpften Tausende Hisbollah-Kämpfer in Syriens Bürgerkrieg auf Seiten von Präsident Baschar al-Assad. Doch inzwischen hat die Miliz einen großen Teil ihrer Soldaten wieder aus Syrien abgezogen.
Nun strömen aber neue Hisbollah-Aktivisten nach Syrien, nicht um im Bürgerkrieg zu kämpfen, sondern um ohne das Wissen der syrischen Regierung hier eine neue militärische Infrastruktur direkt an Israels Grenze zu etablieren, und um Syrien als Sprungbrett für Angriffe auf Israel zu nutzen.
Die neuen Anstrengungen seien gut finanziert, hieß es laut Zeitung seitens des israelischen Militärgeheimdienstes. Die Söldner lernten, wie man Sprengfallen baue und Raketen abfeuere. Ein Teil ihrer Aufgabe sei es, Waffendepots für zukünftige Angriffe anzulegen, weitere Aktivisten zu rekrutieren, und Israels Sicherheitsvorkehrungen auszuspähen. (dts Nachrichtenagentur)

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