Herne /Dortmund – Nach der Festnahme des dringend tatverdächtigen Marcel Heße in Herne hat der 19-Jährige zwei Tötungsdelikte gestanden.
Er zeige sich dabei „eiskalt, er diktiert den Kollegen“, sagte Klaus-Peter Lipphaus, der Leiter der Mordkommission, am Freitagnachmittag vor Journalisten in Dortmund. Weitere Todesopfer als die zwei bisher bekannten könnten nach derzeitigem Ermittlungsstand ausgeschlossen werden.
Das zweite Todesopfer, ein 22-Jähriger, war nach Angaben aus dem Verhör eine entfernte Bekanntschaft vom Berufskolleg und später aus Online-Spielen. Der Tatverdächtige habe nach dem ersten Mord Zuflucht in der Wohnung des Bekannten gesucht und die Nacht von Montag auf Dienstag dort verbracht.
Als der 22-Jährige am nächsten Morgen feststellte, dass Marcel Heße gesucht wurde und ihn damit konfrontierte, tötete Heße ihn mit 68 Messerstichen. Am Montagabend hatte er mit hoher Wahrscheinlichkeit einen 9-Jährigen mit 52 Messerstichen getötet.
Zuvor hatte Heße laut eigener Aussage zwei vergebliche Suizidversuche unternommen. Als Grund dafür gab er gegenüber den Behörden den Verlust eines Internetzugangs und eine Absage der Bundeswehr auf eine Bewerbung an. Heße bezeichnete sich selbst unter anderem als „spielsüchtig“.
Die Festnahme von Marcel Heße war am Donnerstagabend um 20:23 Uhr erfolgt. Er war nach eigenen Angaben nach zwei Tagen in der Wohnung des toten 22-Jährigen in einen Imbiss in Herne gegangen, hatte um ein Telefon gebeten und selbst die Polizei gerufen. Zuvor hatte er die Wohnung des Getöteten in Brand gesetzt. Sieben Minuten nach der Festnahme fanden die Beamten dann in der Wohnung das zweite Todesopfer, den 22-Jährigen.
Die Polizei zeigte sich unterdessen mit der eigenen Arbeit zufrieden. Es sei richtig gewesen, einen „hohen Fahndungsdruck“ aufzubauen, sagte Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange. Die über 1.700 Hinweise zeigten ein großes Vertrauen der Bevölkerung in die Polizei.
Kerstin Wittmeier, Polizeipräsidentin von Bochum, zeigte sich mit der Zusammenarbeit der Ermittlungsbehörden zufrieden. „Keiner hat auf die Uhr geguckt und gesagt: `Jetzt ist unsere 12-Stunden-Schicht vorbei`“, so Wittmeier.
Die Polizei beklagte sich über viele Fehlinformationen im Internet. Das von der Polizei selbst verbreitete Hundebild habe sich später als „Fake“ herausgestellt, so die Beamten. (dts Nachrichtenagentur/red)

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