
„Zoo, Zoofreundeskreis und Zooschule Landau unterstützen den Schutz der Kronenkraniche in Ruanda schon seit 2017“, freut sich Zoodirektor Dr. Jens-Ove Heckel.
Quelle: Zoo Landau
Landau. Seine elegante Erscheinung, die goldschimmernde Federkrone, der weittragende Ruf und sein anmutiger Tanz machen ihn zu einem äußerst attraktiven Botschafter für seine Art und seine gefährdeten Lebensräume.
Die in Landau in der Pfalz ansässige Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) ernennt den Kronenkranich zum Zootier des Jahres 2026. Mit Hilfe dieser Auszeichnung möchten die Kampagnenpartner und -unterstützer, zu ihnen zählen der Zoo Landau in der Pfalz und dessen Freundeskreis als Platin-Sponsoren, auf die zunehmenden Bedrohungen für den Kronenkranich aufmerksam machen. Die Art ist auf Feuchtgebiete und kleinbäuerliche Kulturlandschaften in Afrika als bevorzugte Lebensräume angewiesen.
Die diesjährige Kampagne wurde jetzt im Zoo Dresden der Öffentlichkeit vorgestellt. Als prominenter Schirmherr der Kampagne betont der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer die zentrale Rolle des Artenschutzes: „Der Kronenkranich ist mehr als ein faszinierender Vogel – er ist ein Glücksbote, ein Symbol für Frieden und ein sensibler Gradmesser für den Zustand unserer Natur.
Sein Schutz erinnert uns daran, dass der Erhalt der Artenvielfalt und intakter Lebensräume eine gemeinsame Verantwortung ist, die weit über Ländergrenzen hinausreicht. Mit dem Zootier des Jahres 2026 geben wir diesem besonderen Botschafter eine starke Stimme.“
Als Glücksboten und Wächter über die Gesundheit der Menschen und des Viehs wird der Kronenkranich in vielen Kulturen der Sahelzone verehrt. In Uganda ziert er als Wappentier sogar die Nationalflagge und gilt als Symbol für Fortschritt und Frieden.
In Ruanda und Burundi steht er für Glück und Reichtum. Kronenkraniche helfen, die Entstehung riesiger Wanderheuschreckenschwärme, die ganze Ernten vernichten können, einzudämmen. Vogelbeobachter aus aller Welt reisen nach Afrika, um diesen imposanten Vogel zu erleben. Nicht zuletzt trägt der Kronenkranich dadurch zum Einkommen vieler afrikanischer Familien bei.
Lebensraumverlust, der verstärkte Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft, die Kollision mit Stromleitungen, der illegale internationale Wildtierhandel und die direkte Bejagung durch den Menschen zur Verwendung als Nahrungsmittel oder zur Haltung als „Dekoobjekte“ in Haus- und Hotelgärten sind die Hauptprobleme. Sie tragen dazu bei, dass die Kronenkranichbestände in vielen Regionen Afrikas seit Jahren teils dramatisch zurückgehen.

Kampagnenpartner und -unterstützer bei der Vorstellung des Zootiers des Jahres 2026 im Zoo Dresden (ZdJ 2026).
Daher ist das Artenschutzengagement auch zahlreicher zoologischer Einrichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Rahmen der Kampagne dringend notwendig. Der Zoo Landau, der Zoofreundeskreis und die Zooschule Landau unterstützen den Kranichschutz in Ruanda bereits seit 2017.
Lokaler Partner ist hier die Rwanda Wildlife Conservation Association (RWCA). Die im Zoo Landau seit langem erfolgreich züchtenden Grauen Kronenkraniche helfen bei der gezielten Öffentlichkeitsarbeit und dem Sammeln von Spenden, um konkrete Maßnahmen zum Schutz vor Ort zu ermöglichen.
Die Spendengelder der „Zootier des Jahres“-Kampagne fließen nun in ausgewählte Schutzprojekte in Kenia, Tansania und Burundi, wo ebenfalls Konzepte zum Erhalt der Lebensräume und zur langfristigen Sicherung der Populationen umgesetzt werden.
So sollen etwa ein Geländefahrzeug und Motorräder finanziert werden, die den Projektteams den Zugang zu den schwer erreichbaren und weitläufigen Gebieten ermöglichen. Freiwillige Helfer werden ausgebildet und ausgerüstet, um die Projektteams an verschiedenen Standorten zu unterstützen.
Durch die Förderung von Naturschutzbildung und nachhaltiger Landwirtschaft sowie dem Schutz und der Neuanpflanzung von Schlaf- und Nistbäumen sollen die Lebensbedingungen der Kronenkranichbestände verbessert werden. Die Zusammenarbeit und Einbindung der lokalen Gemeinden stehen hierbei ganz besonders im Fokus.
„Der Kronenkranich symbolisiert in dieser Kampagne die enge Verbindung zwischen Artenvielfalt, intakten Feuchtgebieten und der Verantwortung, die wir für den Erhalt natürlicher Lebensräume tragen“, betont Dr. Viktoria Michel von der ZGAP.
„Wenn wir die Kraniche schützen, bewahren wir zugleich wertvolle Habitate, von denen unzählige weitere Arten abhängen und direkt profitieren“, ergänzt Landaus Zoodirektor Dr. Jens-Ove Heckel. Den gleichen Ansatz verfolgt auch die NABU International Naturschutzstiftung. Die Stiftung und der NABU setzen sich seit vielen Jahren gezielt für den Schutz der Kronenkraniche in Afrika ein und werden dieses Jahr als Kampagnenpartner dazu beitragen, die Schutzbemühungen auf internationaler Ebene auszuweiten und zu intensivieren.
Die Kampagne „Zootier des Jahres“
Die „Zootier des Jahres“-Kampagne engagiert sich mittlerweile seit zehn Jahren für den Erhalt hoch bedrohter Tierarten, die keine starke Lobby haben. So konnten in der Vergangenheit wichtige Projekte für den Erhalt von Rotohraras in Bolivien, Scharnierschildkröten in Kambodscha oder Riesengürteltieren in Brasilien realisiert werden.
Mit der Kampagne möchte die ZGAP zusammen mit ihren Partnerverbänden, der Gemeinschaft der Zooförderer e.V. (GdZ), der Deutschen Tierpark-Gesellschaft e.V. (DTG) und dem Verband der Zoologischen Gärten e.V. (VdZ), Artenschutz sichtbar machen, Wissen vermitteln und konkrete Hilfe vor Ort leisten.
Die Wahl des Kronenkranichs für 2026 steht exemplarisch für diesen Ansatz und soll nachhaltig zum Schutz der Art und ihrer Lebensräume beitragen. Die Kampagne unterhält eine eigene Webseite und Social Media-Kanäle: www.zootierdesjahres.de.

Das diesjährige „Zootier des Jahres 2026 – Kronenkranich“ lebt und züchtet schon lange im Zoo Landau in der Pfalz.
Quelle: Zoo Landau

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