Rheinzabern – Montag, 10. März, Festhalle Rheinzabern. Stühle müssen noch herangeschafft werden, so groß ist der Zuspruch. Die IGS Rheinzabern hat zum Informationsabend über die gymnasiale Oberstufe MSS eingeladen, und mehrere hundert motivierte Schüler und Eltern der Klassen 8 und 9 sind gekommen.
Ein weiterer Meilenstein steht an: Die MSS – die Mainzer Studienstufe, die „Krone der IGS“ soll kommen. Ein aufregender, ein denkwürdiger Moment, betont Schulleiter Pete Allmann bei seiner Begrüßung.
„Keine normale Schule“
Er, der unermüdliche Ideengeber, Antreiber, Mitreißer, zitiert den Schulpaten Prof. Otto Herz, spricht vom „pädagogischen Imperativ“, dem sich die Schule verpflichtet fühlt. „Keine normale Schule“, sei sein Haus. Ein Traum nehme allmählich Realität an, so der Schulleiter. Seine Schule sei über Comenius international verankert, sei aber auch der Region eng verbunden.
Im Juli 2014 feiere man 5-jähriges Gründungsjubiläum und werde den Neubau der Sekundarstufe I beziehen, was einen weiteren Schub bringen werde. Im Schuljahr 2014/2015 werde dann die Entscheidung über die Einrichtung einer Mainzer Studienstufe fallen. Aus der Breite wird sich eine Spitze bilden müssen. Das Interesse sei sehr groß. Alle seien nun gespannt.
Rückendeckung von der Politik
Landrat Dr. Fritz Brechtel, der Vertreter des Schulträgers, war gekommen und von der Resonanz begeistert. Brechtel erinnerte an die enormen Bemühungen des Landkreises, vor Ort qualifizierte Abschlüsse zu ermöglichen. 50 Meldungen für die MSS seien nötig, Brechtel ist vom Erfolg überzeugt.
Bürgermeister Uwe Schwind betonte die Rolle der Verbandsgemeinde Jockgrim mit ihren vier Ortsgemeinden, die sich einstimmig hinter das Projekt gestellt haben. Die Schule sei ihm ans Herz gewachsen, meinte er, und sagte „unsere Schule“, egal wer der Träger sei.
Ortsbürgermeister Gerhard Beil hob das große finanzielle Engagement der Ortsgemeinden für die Schule hervor. Auf viele Jahre seien die Gemeinden enorme finanzielle Verpflichtungen eingegangen. Beil versprach, schon jetzt die Halle für das erste Abitur in Rheinzabern zu reservieren und will die Aufdrucke „Abi 2018 – IGS Rheinzabern“ sponsern.
Mehr noch: Als ehemaliger Lehrer an der IGS erinnerte er sich der kleinen „Steppkes“, die vor fünf Jahren angetreten und nun zu schicken jungen Damen und Herrn herangereift sind. „Jetzt gilt es nach den wertvollsten Bildungs-früchten zu greifen, wie ein Comenius-Song ausdrückt: Pick the apple…!“, so Beil.
Von Leistungskursen und Co.
Studienrat Jenrich stellt die Mainzer Studienstufe im Detail vor, erläutert die Organisation einer MSS und wieß auch darauf hin, dass einem das Abi nicht in den Schoß fallen wird.
Notenschnitte seien das Eine, Leistungswille das Andere. Wer gerade so rein rutscht, muss sich schon gewaltig umstellen. Jenrich ist aber zuversichtlich, dass das Abi an der MSS der IGS seinen Wert haben wird, stellt man sich doch selbstverständlich den staatlichen Prüfungsanforderungen. Die gymnasiale Oberstufe der IGS ist offen für Realschul-plus-Absolventen und Gymnasiasten mit Zugang zur Jahrgangsstufe 11, natürlich vor allem auch für die Eigengewächse. Diese müssen allerdings bestimmte Leistungskurse besucht haben.
Wer die MSS angehen will, der müsse sich einer ernsthaften Selbstprüfung unterziehen, wozu auch die schulische Beratung kommt, so Jendrich. Solides Vorwissen kann nie schaden. Vor allem aber muss der Wille zu mehr Leistung vorhanden sein. Damit eng verbunden ist eine größere zeitliche Belastung.
Zu den wichtigsten Zielen der MSS gehören eine breite Grundbildung, selbstständige und wissenschaftliche Arbeitsformen, Gesprächs-, Konflikt- und Teamfähigkeit sowie selbstkritischer Umgang mit sich und der Umwelt. Schließlich bilden Naturwissenschaften und Sport zwei Schwerpunkte auch in der gymnasialen Oberstufe. Jenrich informierte auch über das Kurs- und Punktesystem einer MSS und stand zu Detailfragen Rede und Antwort.
Abi an der IGS MSS ist gleichwertig den traditionellen Abis. „Das Ziel ist das gleiche, nur der Weg ist ein anderer“, bringt es Studienrat Jenrich auf den Punkt.
Small is beautiful
Im Gegensatz zu den anonymen Großsystemen vieler traditioneller Schulen, kann man sich an der IGS Rheinzabern frühzeitig um Einzelfälle kümmern, weil dafür Personal vorhanden sein wird. „Small is beautiful“, könnte man es auf den Punkt bringen, meint Gerhard Beil. Lernen mit Kopf, Herz und Hand in menschlicher Umgebung wurde als Pfund in den Raum gestellt, mit dem die IGS-Rheinzabern bisher schon wucherte. Aber auch in der Oberstufe wird dies ein wichtiges pädagogisches Plus sein. (gb)
Weitere Infos auch auf www.igs-rheinzabern.de

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