Mittwoch 22.April 2026

Germersheim: Schulen erhalten gespendete Armbänder zur Prävention von K.-o.-Tropfen

1. April 2026 | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional

Beim Feiern ist die Gefahr groß, dass Täter ihren Opfern K.-o.-Tropfen ins Getränk mischen. Symbolfoto: Nereid Ndreu / Unsplash

Germersheim – Der Zonta Club Speyer-Germersheim hat eine Spendenaktion gegen den Missbrauch mit K.-o.-Tropfen gestartet und weiterführende Schulen in Germersheim mit speziellen Test-Armbändern ausgestattet.

Die Armbänder können helfen, verdächtige Substanzen in Getränken zu erkennen. Ergänzend stellte der Club Informationsmaterial sowie Notfallkontakte bereit.

Die Armbänder werden im Rahmen der Schulsozialarbeit eingesetzt und dienen zugleich als Einstieg in Gespräche über Risiken beim Ausgehen. So sollen junge Frauen für das Thema sensibilisiert und ihnen Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. 

Für den Zonta Club steht dabei die Aufklärung im Mittelpunkt. Dr. Sabina Matter-Seibel sagte dazu: „Unser Ziel ist es, junge Frauen nicht nur vor den unmittelbaren Gefahren zu schützen, sondern sie durch Wissen und Sichtbarkeit zu stärken. Die K.-o.-Bändchen sind dabei ein Türöffner, um das Schweigen über dieses oft tabuisierte Thema zu brechen.“

Unterstützt wird die Initiative vom Jugendamt des Landkreises Germersheim. Leiterin Denise Hartmann-Mohr: „Diese Aktion ist ein wichtiger Baustein in den Präventionsangeboten. Sie ergänzt unsere Arbeit perfekt, indem sie ein hochrelevantes Thema direkt in den Lebensalltag der Jugendlichen bringt.“

An einzelnen Schulen wurde das Projekt bereits umgesetzt. So wurden an der Richard-von-Weizsäcker-Schule Schülerinnen der 9. und 10. Klassen in kleinen Gruppen informiert und konnten sich in geschütztem Rahmen austauschen.

Nach dem Start in Germersheim soll die Aktion künftig auf weitere Schulen im Landkreis ausgeweitet werden. 

Wie funktionieren die Bändchen? 

K.-o.-Armbänder sind einfache Schnelltests für unterwegs. In das Band ist meist ein kleines Testfeld integriert. Gibt man einen Tropfen des Getränks darauf, reagiert das Feld auf bestimmte typische Wirkstoffe von K.-o.-Tropfen, etwa GHB oder Ketamin.

Verfärbt sich das Testfeld innerhalb weniger Sekunden, kann das ein Hinweis darauf sein, dass das Getränk manipuliert wurde. Bleibt die Farbe unverändert, wurde nichts Auffälliges erkannt. Eine absolute Garantie ist das allerdings nicht.

Wichtig zu wissen: Die Bändchen sind nur ein Hilfsmittel zur schnellen Orientierung. Sie erkennen nicht alle möglichen Substanzen und ersetzen keine professionelle Untersuchung. Im Zweifel gilt immer: Getränk stehen lassen, Hilfe holen und im Notfall medizinisch abklären lassen.

 
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