Montag 7.September 2026

Festnahme in Kroatien im Nord-Stream-Fall

Deutsche Ermittler gehen weitgehend davon aus, dass der Anschlag aus der Ukraine geplant wurde

19. August 2026 | Kategorie: Nachrichten

Kroatien (Archiv)
Foto: via dts Nachrichtenagentur

Im Zusammenhang mit dem Anschlag auf die Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee haben Ermittler in Kroatien einen zweiten Verdächtigen festgenommen.

Der ukrainische Staatsangehörige Vladimir Z. wurde am 19. August 2026 in Pula von der örtlichen Polizei festgenommen. Der Zugriff erfolgte auf Grundlage eines Europäischen Haftbefehls des Ermittlungsrichters am Bundesgerichtshof vom 3. Juni 2024 und wurde von der Generalpolizeidirektion Zagreb koordiniert.

Dies teilte der Generalbundesanwalt mit. Gegen Vladimir Z. besteht der dringende Verdacht des gemeinschaftlichen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, der verfassungsfeindlichen Sabotage sowie der Zerstörung von Bauwerken.

Der ausgebildete Taucher soll zu einer Gruppe um den gesondert verfolgten Serhii K. gehört haben, die im September 2022 nahe der Insel Bornholm Sprengsätze an den Leitungen von Nord Stream 1 und Nord Stream 2 platzierte.

Er beteiligte sich demnach an den erforderlichen Tauchgängen. Die Gruppe nutzte eine Segelyacht, die mit gefälschten Ausweispapieren über Mittelsmänner bei einem deutschen Unternehmen angemietet worden war und von Rostock aus startete.

Die Sprengsätze detonierten am 26. September 2022 und zerstörten abschnittsweise beide Stränge von Nord Stream 1 sowie einen von zwei Strängen von Nord Stream 2. Die Pipelines lagen am Grund der Ostsee und dienten dem Transport von Erdgas aus Russland nach Deutschland, waren zum Zeitpunkt des Anschlags jedoch nicht in Betrieb.

Vladimir Z. soll nach seiner Überstellung aus Kroatien dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden. Es handelt sich offenbar um denselben Mann, den der Generalbundesanwalt bereits im vergangenen Jahr in Polen aufgespürt hatte; die polnische Justiz hatte ihn damals wieder freigelassen.

Gegen den gesondert verfolgten Serhii K. hat die Bundesanwaltschaft am 30. Juni 2026 Anklage vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg erhoben. Deutsche Ermittler gehen mittlerweile weitgehend davon aus, dass der Anschlag aus der Ukraine geplant wurde. (dts Nachrichtenagentur/Red)

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