
Foto: dts Nachrichtenagentur
Berlin – Die FDP will neben der Ehe künftig auch das Rechtsinstitut des „Zivilpakts“ für Wahlverwandtschaften zwischen Freunden oder Nachbarn, die füreinander sorgen wollen, ermöglichen.
„Es ist an der Zeit, dass der Staat neben Verwandtschaftsverhältnis und Ehe den Menschen eine weitere Möglichkeit gibt, Verantwortung füreinander zu übernehmen und füreinander zu sorgen. Wir Freie Demokraten wollen deshalb das neue Rechtsinstitut des Zivilpaktes schaffen – einer Verantwortungsgemeinschaft jenseits von Familie oder Ehe“, heißt es in einem Positionspapier des bayerischen FDP-Chefs Daniel Föst, das ab Februar in den Parteigremien beraten werden soll.
Man halte es für „sehr wichtig, dass die Politik den sich ändernden Lebensentwürfen und individuellen Lebenswegen Rechnung trägt“, sagte Föst der „Welt“. „Natürlich wollen wir den besonderen Status der Ehe erhalten. Doch neben Ehe und Verwandtschaft gibt es auch andere Formen von Zusammenleben, in denen Menschen füreinander Verantwortung übernehmen. Freunde, die einander pflegen, die Senioren-WG, die zusammenlebt und wirtschaftet, oder die alleinerziehende Mutter, die mit der Ersatz-Oma zusammenzieht – Menschen also, die einander verbunden sind, aber keine Liebesbeziehung unterhalten. Für diese Menschen möchten wir eine Absicherung schaffen“, so der bayerische FDP-Chef weiter.
Die unentgeltliche Übernahme von Erziehungs- oder Sorgearbeit oder eine Einschränkung der Erwerbstätigkeit zu Gunsten von Kindern oder Pflege dürfe nicht zu einem Nachteil werden, heißt es in dem Papier.
Durch den „Zivilpakt“ könnten Personen ihren gegenseitigen Beistand und Unterstützung auf eine rechtlich sichere Basis stellen, ohne kompliziert privatrechtliche Verträge abschließen zu müssen. „Wir stellen uns ein Baukastensystem vor, in dem Menschen einander in abgestufter Form Rechte und Pflichten übertragen – von der Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht über die Patientenverfügung bis hin zur Pflege und gegenseitigem Unterhalt“, sagte Föst. Dies müsse unbürokratisch beim Standesamt möglich sein.
Im Gegenzug sollten diese Verantwortungsgemeinschaften unterstützt werden, etwa im Steuer- und Erbrecht. „Ich will aus der Verantwortungsgemeinschaft kein Steuersparmodell machen. Aber wenn jemand zum Beispiel für die Pflege eines Freundes seine berufliche Tätigkeit zurückschraubt, sollte das honoriert werden“, so Föst weiter. Die FDP wolle aber auf keinen Fall ein Konkurrenzkonstrukt zur Ehe schaffen. (dts Nachrichtenagentur)
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Diesen Artikel drucken



Berlin – Die Bundesregierung zieht Konsequenzen aus dem Datenskandal rund um Facebook und das Datenanalyse-Unternehmen Cambridge Analytica. „Wir müssen schnell gesellschaftlich ausgleichende ...
Berlin – Die Bundesregierung will das automatisierte Fahren in Deutschland mit einer Änderung des Straßenverkehrsgesetzes vorantreiben. Ein entsprechender Gesetzentwurf von Ende Dezember, ...
Seattle – Der US-Online-Versandhändler Amazon will innerhalb der nächsten 18 Monate mehr als 100.000 neue Vollzeit-Stellen in den USA schaffen. Das teilte ...
Berlin – Die neue Präsidentin des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Jutta Cordt, will Teile der Reformen ihres Vorgängers Frank-Jürgen Weise ...
CSU-Chef Horst Seehofer hat sich am Samstag scharf von Angela Merkels zentralem Satz „Wir schaffen das“ distanziert. Nach einer Kabinettsklausur am Tegernsee ...
Berlin – Finanzminister Olaf Scholz (SPD) will die Grundsteuer künftig für jede Wohnung individuell berechnen. Das soll die derzeitige Berechnung der Steuer ...
Lahore – Nach dem Selbstmordanschlag in einem Park im pakistanischen Lahore ist die Zahl der Toten auf mindestens 50 gestiegen. Nach Angaben ...
Washington – Neben dem Kapitol in Washington ist am Mittwoch ein Mann mit einem Tragschrauber gelandet. Angeblich soll er zuvor gegenüber einer ...
Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel ist weiterhin der Meinung, dass Deutschland die Flüchtlingskrise bewältigen kann. „Wir schaffen das“, wiederholte Merkel ihren berühmt ...
Oldenburg – Ein Kleinflugzeug ist in der Nähe der niedersächsischen Stadt Oldenburg neben der Autobahn 28 abgestürzt. Mindestens ein Insasse kam dabei ...
Köln – Während die AfD-Bundespartei am 22. April im Kölner Maritim-Hotel ihren Parteitag abhält, will die örtliche AfD parallel eine Großkundgebung auf ...
Ankara – Der türkische Europaminister Egemen Bagis hat eine Reaktion seines Landes angekündigt, sollte Deutschland die für diese Woche geplante Fortsetzung ...












