
Bild: dts Nachrichtenagentur
Berlin – Eine Einigung im Streit über Deutschlands Verantwortung für den Völkermord an den Herero und Nama in Namibia steht offenbar kurz bevor.
„Wir haben in vielen Punkten Übereinstimmung erzielt“, sagte Ruprecht Polenz, offizieller Vertreter der Bundesregierung für die Verhandlungen, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Jetzt warte ich auf eine Rückmeldung der neuen namibischen Regierung und dann auch der Bundesregierung.“
In Namibia waren am Mittwoch inmitten einer schweren Wirtschaftskrise ein neues Parlament und ein neues Staatsoberhaupt gewählt worden. In einer gemeinsamen Erklärung, die von den beiden Parlamenten verabschiedet werden soll, soll erstmals offiziell von Völkermord die Rede sein, gab Polenz bekannt.
Bis 1918 war das damalige Deutsch-Südwestafrika deutsche Kolonie. Zwischen 1904 und 1908 wurden Zehntausende Angehörige der Volksgruppen der Herero und Nama von deutschen Schutztruppen ermordet oder in die wasserlose Omaheke-Wüste getrieben, wo sie verdursteten.
Vertreter der Herero und Nama fordern individuelle Entschädigungen und ziehen gegen die Bundesrepublik vor Gericht. Die Bundesregierung will laut Polenz einen anderen Weg gehen. „Wir werden mit substanziellen Summen unserer historischen Verantwortung gerecht. Wir lehnen es aber ab, an die Urenkelgeneration individuelle Entschädigungen zu zahlen.“
Verhandelt sei ein „Pakt für besonders betroffene Gemeinden, also den Siedlungsgebieten der Herero und Nama, um Wunden aus der damaligen Zeit zu heilen“, sagte der frühere CDU-Generalsekretär. „Dabei geht es um berufliche Bildung, preiswerten Wohnraum, Gesundheitsversorgung, Elektrizitätsversorgung mit erneuerbaren Energien und eine Mitwirkung an der Landreform.“
Zudem soll eine Stiftung für gemeinsame Erinnerungskultur gegründet werden, „um auch den Deutschen die dunklen Seiten der Kolonialgeschichte nahezubringen – einer Kolonialgeschichte, von der viele ja heute der Auffassung sind, dass es sie gar nicht wirklich gegeben hat“, sagte Polenz. (dts Nachrichtenagentur)
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Diesen Artikel drucken



Windhoek – Nach über fünf Jahren Verhandlungen hat sich die deutsche Bundesregierung mit Namibia auf einen Umgang mit der kolonialen Vergangenheit geeinigt ...
Berlin – Der Ministerpräsident der Türkei, Ahmet Davutoglu, hat persönlich bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegen die Verwendung des Begriffs „Völkermord“ in ...
Berlin/Jerewan – Der armenische Präsident Sersch Sargsjan hat die deutschen Bundestagsabgeordneten mit eindringlichen Worten vor einer Ablehnung der Völkermords-Resolution gewarnt. „Niemand in ...
Berlin/Ankara – Die Türkei hat die Äußerungen von Bundespräsident Joachim Gauck zum Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich vor 100 Jahren ...
Brüssel – Bei dem EU-Gipfel in Brüssel wird es offenbar keine Einigung auf ein neues Klimaziel 2050 geben. Die CO2-Neutralität bis 2050 ...
Berlin – Im Streit über das Gedenken an die Verbrechen an den Armeniern vor 100 Jahren im Osmanischen Reich kritisieren führende Unionspolitiker ...
Berlin – Der Bundestag hat am Donnerstag eine Resolution verabschiedet, in der die Verbrechen an den Armeniern durch das Osmanische Reich im ...
Brüssel – Die EU-Staats- und Regierungschefs haben ihren Sondergipfel zur Festlegung des künftigen EU-Spitzenpersonals am Montagmorgen mit einem Arbeitsfrühstück fortgesetzt. Das teilte ...
Minsk – Beim Gipfel zur Ukraine-Krise in Minsk ist weiter keine Einigung in Sicht. Der ukrainische Präsident Poroschenko wurde am Morgen mit ...
Berlin – Politik und Industrie haben sich im Streit um die Kostenpflicht von Plastiktüten geeinigt. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ wollen das ...
Berlin – Der Städte- und Gemeindebund appelliert an die Finanzminister von Bund und Ländern, sich rasch auf ein Modell zur Reform der ...
Rheinzabern – Ungefähr eine halbe Million Menschen wurde europaweit in der NS-Zeit diskriminiert, deportiert und vernichtet. Die vhs Rheinzabern widmet sich diesem ...












