
Foto: dts nachrichtenagentur
Offenbach- Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet damit, dass die Corona-Pandemie im Winter spürbare Auswirkungen auf Wettervorhersagen haben könnte.
Er glaube nicht, dass die Daten von Flugzeugen vor 2022 wieder auf Vor-Corona-Niveau seien, sagte Detlev Majewski, Leiter der Abteilung Meteorologische Analyse und Modellierung beim DWD, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.
Dabei seien Flugzeuge vor allem über dem Meer zwischen Europa und Amerika eine „unglaublich gute Informationsquelle“. Majewski erklärte: „In diesem Gebiet entwickeln sich im Winter die Winterstürme. Was in Europa aufs Festland trifft, war 48 Stunden vorher an der Ostküste Nordamerikas.“
Eine solche Tiefdruckentwicklung könnte jedoch aufgrund des Datenmangels später als bisher entdeckt werden, so Majewski. „Zurzeit haben wir das normalerweise drei Tage vorher recht gut im Griff und können Zugbahn und Intensität vorhersagen“, sagte der Meteorologe.
Aber: „Wenn im Winter weiter so wenige Flugzeuge fliegen, erwarte ich schon einen Effekt. Das heißt: Statt drei Tage im Voraus wird man ein solches Tief vielleicht nur zweieinhalb Tage vorhersagen können.“ Derzeit gleiche ein EU-Forschungssatellit namens Aeolus das Datendefizit zum Teil aus.
Der sei aber nur noch ein, zwei Jahre aktiv. Majewski hofft daher auf ein Anschlussprojekt und warnte: „Wenn der weg ist, ist er weg. Und mit ihm die Daten.“ (dts Nachrichtenagentur)

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