
Straßenkunst in der Marktstraße…
Foto: Rolf H. Epple/Pfalz-Express
Landau. Zwischen 17 Uhr und Spätabend öffneten die Galerien und Kunstinstitutionen der Südpfalzmetropole bereits zum vierten Mal ihre Türen für die Landauer Kunstnacht – und das Konzept ging auf.
Trotz der frühsommerlichen Wärme strömten die Menschen in einer Frequenz in die Innenstadt, die die Erwartungen der Organisatoren vielerorts übertroffen haben dürfte.
Wer sich dem kunstsinnigen Parcours anschloss, tat dies an diesem Abend vorzugsweise zu Fuß. Das Auto blieb stehen, das Fahrrad wurde oft beiseite gestellt; die Entfernungen zwischen den elf Stationen luden geradezu dazu ein, die Stadt im Schritttempo neu zu entdecken. Dass dieser Kulturspaziergang bei angenehmen, aber durchaus fordernden Temperaturen stattfand, tat der Dynamik keinen Abbruch – im Gegenteil.
Es entwickelte sich ein lebendiges Straßenbild, geprägt von Gesprächen über das Gesehene und mit Stopps an den zahlreichen Getränkeangeboten der Stadt. Ob ein kühler Pfälzer Riesling im Hof einer Galerie oder erfrischende alkoholfreie Alternativen: Das Kulinarische fungierte als Bindeglied einer sichtlich entspannten Stadtgesellschaft.

In der Villa Streccius: Ausstellung „Die bunten Zwanziger“
Foto: Rolf H. Epple/Pfalz-Express
Die Vielfalt des Profils
Die Stärke dieser vierten Auflage lag vor allem in der Dezentralität und der gestalterischen Freiheit der Akteure. Statt eines starren Oberthemas setzten die beteiligten Kunstschaffenden auf ihre eigenen Themenschwerpunkte, ganz im Sinne des jeweiligen Hausprofils.

…und am Rathausplatz
Foto: Rolf H. Epple/Pfalz-Express
Ein Streifzug durch die Stationen
Die Route zog sich quer durch das historische und moderne Landau, wobei jede Institution ihre eigene Handschrift zeigte:
• Die Klassiker der Kunstvermittlung: Der Kunstverein Villa Streccius und der Verein Strieffler Haus der Künste überzeugten mit gewohnt kuratorischer Tiefe, während die Landauer Kunststiftung im Alten Kaufhaus Historie und Moderne verband.
• Sakrale Räume im neuen Licht: Die Pfarrei Mariä Himmelfahrt in der Marienkirche und die Alt-Katholische Gemeinde in der Katharinenkapelle bewiesen eindrucksvoll, wie sakrale Architektur und zeitgenössische Kunst miteinander korrespondieren können.
• Private Initiativen und Ateliers: Im Atelier Vieregg, der Galerie Z, der Aparte Kunst Galerie sowie im Atelier-Salon stand der direkte Dialog mit den Künstlern im Vordergrund.
• Bürgerschaftliches Engagement: Das Haus zum Maulbeerbaum, das Haus am Westbahnhof und das Engagement der VR Bank Südpfalz eG zeigten, wie tief die Kulturnacht im Fundament der Stadt verankert ist.

Dekan Axel Brecht lud in die Marienkirche ein. Hier zeigt er das Projekt mit der Maria Ward-Schule „Beseelte Orte“.
Foto: Rolf H. Epple/Pfalz-Express
„Die Mischung macht es“, kommentierte ein sichtlich zufriedener Besucher auf dem Weg zum nächsten Programmpunkt. „Man stolpert von einer avantgardistischen Installation direkt in ein historisches Gemäuer und nimmt dazwischen einen Schluck Erfrischung mit.“
Für diejenigen, die die Wege zwischen den Institutionen nicht gänzlich zu Fuß zurücklegen wollten, erwies sich das traditionelle „Kunstbähnel“ als charmante und vielgenutzte Alternative, um von Station zu Station zu pendeln.

Das „Kunstbähnel“ brachte Kunstinteressierte von A nach B (im Hintergrund die Marienkirche).
Foto: Rolf H. Epple/Pfalz-Express

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