
Symbolbild.:SimoneVomFeld / Pixabay
Die Deutsche Marine bereitet sich auf einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus vor. Wie das Verteidigungsministerium am 4. Mai 2026 mitteilte, werden dafür Kräfte der Marine neu verlegt und näher an die Region herangeführt.
Der Tender MOSEL beendet in den kommenden Tagen seinen Einsatz im Rahmen der NATO-Unterstützung in der Ägäis. Ein Tender ist ein Versorgungsschiff der Marine, das andere Schiffe unter anderem mit Ersatzteilen, Material, Verpflegung und technischer Unterstützung versorgt und auch Personal zur Einsatzführung an Bord nehmen kann. Anschließend wird die MOSEL zusammen mit dem Minenjagdboot FULDA dem NATO-Minenabwehrverband 2 (SNMCMG2) im Mittelmeer zugeteilt.
Mit diesem Wechsel wird der bisherige deutsche Beitrag zur NATO-Aktivität in der Ägäis, bestehend aus der MOSEL und einem an Bord eingesetzten Führungsstab (also einem Team von Offizieren und Fachleuten, das Einsätze direkt vom Schiff aus plant und koordiniert), vorübergehend ausgesetzt. Die Verlegung dient dazu, mögliche deutsche Kräfte für eine Operation in der Straße von Hormus räumlich näher an die Region zu bringen und gemeinsame Einsatzvorbereitungen zu ermöglichen.
Die Bundesregierung hat ihre Bereitschaft erklärt, sich an einer internationalen Koalition zum Schutz der freien Schifffahrt in der Straße von Hormus zu beteiligen. Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Seerouten für den weltweiten Handel. Die Bundesregierung will sich dafür einsetzen, dass die Schifffahrt dort wieder sicher möglich ist und die völkerrechtlich garantierte Freiheit der Schifffahrt eingehalten wird.
Um im Falle einer Zuspitzung der Lage schnell reagieren zu können, sollen in den kommenden Wochen weitere Fähigkeiten der Bundeswehr in Richtung der Region verlegt werden. Diese Kräfte würden unabhängig von einer späteren politischen Entscheidung oder einem Mandat des Bundestages in erhöhter Bereitschaft vor Ort stehen. Ein möglicher Einsatz soll eng mit internationalen Partnern abgestimmt werden.
Voraussetzungen für eine deutsche Beteiligung bleiben laut Ministerium das Ende der Kampfhandlungen, eine völkerrechtliche Grundlage sowie ein Mandat des Deutschen Bundestages.
Hintergrund: Seit Februar 2016 unterstützt die NATO in der Ägäis den Informationsaustausch zwischen der griechischen und türkischen Küstenwache sowie der EU-Grenzschutzagentur Frontex. Deutschland beteiligt sich seit Beginn mit Schiffen und Personal in Führungsfunktionen. (cli/ Quelle: Verteidigungsministerium)

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