
Folkadu, Yael-Gat Shofar ©Camila-Berrio
Der Speyerer Judenhof wird auch 2026 wieder zur Festivalbühne: Vom 4. bis 7. Juni findet dort die zweite Ausgabe von „Chai – Zeit für jüdische Kultur“ statt.
Musik, Literatur und Begegnung stehen im Mittelpunkt des Programms, das der Verkehrsverein Speyer gemeinsam mit der Stadt und der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz organisiert.
Der Judenhof, Teil des UNESCO-Welterbes der SchUM-Stätten, zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen jüdischer Geschichte in Mitteleuropa. Mit dem Festival soll der Ort zugleich als lebendiger Erinnerungs- und Kulturraum erfahrbar bleiben.
Geplant sind Open-Air-Konzerte und Lesungen im historischen Ensemble – unter anderem unter dem Dach der Mikwe und auf der Wiese vor den alten Synagogenmauern. Der Name „Chai“ bedeutet im Hebräischen „Leben“ und steht symbolisch für jüdische Lebenskultur.
Musikalisch reicht das Programm von traditionellen jüdischen Melodien bis zu modernen internationalen Einflüssen. Künstlerinnen und Künstler aus Schweden, England und dem Iran sind angekündigt. Festivalleiter Matthias Nowack spricht von einer nochmals stärkeren internationalen Ausrichtung.
Das Programm im Überblick:
Am Donnerstag, 4. Juni 2026, eröffnet „Folkadu feat. Yaser Bayat“ den Festivalreigen mit „jüdisch-persischen Begegnungen“ zwischen Jerusalem und Isfahan.
Am Freitag, 5. Juni, folgt „Umru / Unrest“ mit Daniel Kahn, Francesca Ter-Berg und Christian Dawid – ein Abend zwischen jiddischer Tradition, Protest und musikalischer Rebellion.
Am Samstag, 6. Juni, präsentieren Ida Gillner und Livet Nord mit „Shtoltse lider“ vergessene jiddische Dichterinnen in einer Mischung aus Klezmer, Kammermusik und Kabarett-Anklängen.

Foto: DanielBWirgard
Den Abschluss bildet am Sonntag, 7. Juni, das Programm „Im Dunkel ein Glanz, unverlöschlich“ von Hans-Jürgen Herschel und Lömsch Lehmann, das jüdische Literatur von Mendelssohn bis Celan mit Musik verbindet.

Foto: Klaus Venus
Das Festival versteht sich auch als Einladung zum Dialog über kulturelle und religiöse Grenzen hinweg. Besucher sollen den Judenhof nicht nur als historische Stätte, sondern als lebendigen Ort erleben.
Am 7. Juni 2026, dem UNESCO-Welterbetag, ist der Eintritt in den Judenhof tagsüber frei, zudem werden Führungen angeboten.
Tickets gibt es über Reservix sowie bei der Tourist-Information Speyer.

Foto: Nowack / über Veranstalter

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