Berlin – Der Bundeswehr gehen die Bewerber für den freiwilligen Wehrdienst aus. Nach Informationen der „Welt“ ist die Zahl der jungen Männer und Frauen, die sich bei den Streitkräften verpflichten, 2013 im Vergleich zum Vorjahr drastisch zurückgegangen.
So traten im Januar dieses Jahres 1.607 Personen ihren Dienst an, 2012 waren es zu diesem Stichtag noch 2.720 gewesen. Im April 2013 verpflichteten sich 615 Wehrdienstleistende – im Vergleich zu 1.460 Freiwilligen im April 2012. Im Juli 2013 fiel der Rückgang mit 1.884 statt 1.892 im Vorjahr gemäßigt aus. Ziel der von Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) eingeleiteten Bundeswehrreform ist eine Armee mit 170.000 Berufs- und Zeitsoldaten sowie 5.000 bis 15.000 freiwillig Wehrdienstleistenden.
Angesichts der zurückgehenden Bewerberzahlen hält der frühere Planungsstabschef des Verteidigungsministeriums, Hans Rühle, diese Personalplanung für „unrealistisch und alles andere als demografiefest“. In einem Beitrag für die „Welt“ schreibt Rühle, das Freiwilligen-Konzept sei gescheitert: „Die Alternative für die Zukunft heißt ersatzlose Streichung des freiwilligen Wehrdienstes.“
Als Begründung führt Rühle weiter an, dass 25 bis 30 Prozent der eingestellten Freiwilligen ihr Dienstverhältnis innerhalb der ersten drei Monate kündigten. Zudem hätten sich mehr als die Hälfte der freiwillig Wehrdienstleistenden für weniger als 15 Monate verpflichtet.
„Sie scheiden daher nach Ausbildung und Qualifikation für eine Teilnahme an Auslandseinsätzen aus“, so Rühle, und könnten nicht wie im Reformkonzept vorgesehen als Entlastung für die Berufs- und Zeitsoldaten eingesetzt werden. Statt der gewünschten mindestens 5.000 erfüllten derzeit nur „etwa 2.000 bis 3.000 freiwillig Wehrdienstleistende die vorgegebenen Voraussetzungen für eine sinnvolle Verwendung“.
Auch mit Blick auf künftig kleiner werdende Jahrgänge sei die kostspielige Infrastruktur für Rekrutierung und Ausbildung damit nicht zu rechtfertigen. Verteidigungsminister de Maizière hatte zuletzt mehrfach erklärt, die von ihm geplante Personalstruktur sei demografiefest. (dts Nachrichtenagentur)

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