
Das Ehepaar Dreyer begrüßte das Ehepaar Steinmeier auf der Treppe des Hambacher Schlosses.
Fotos: Pfalz-Express/Ahme
Neustadt-Hambach – Auf Einladung von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu seinem Antrittsbesuch nach Rheinland-Pfalz gekommen.
Am 19. und 20. März 2018 besucht er mit seiner Frau Elke Büdenbender besondere „Orte der Demokratie“ in der Pfalz, der Landeshauptstadt Mainz und Wörrstadt und im Westerwald. Ministerpräsidentin Dreyer begleitet den Präsidenten auf allen Termine in Rheinland-Pfalz.
Die erste Station des Bundespräsidenten war die „Wiege der deutschen Demokratie“, das Hambacher Schloss. Dort fand auch die Jubiläumsveranstaltung zum 175-jährigen Jubiläum der IHK-Pfalz statt, bei der Steinmeier die Festrede hielt (siehe hier)
Malu Dreyer (SPD) und Ehemann Klaus Jensen begrüßten das Ehepaar Steinmeier auf der Treppe des Schlosses. Der Bundespräsident trug sich anschließend in das goldene Buch der Stadt ein.

Steinmeier trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Neustadt ein. Bürgermeister Weigel freut es.
Foto: Andreas Günther
Im Saal eröffnete der Präsident der IHK Pfalz, Albrecht Hornbach, die Veranstaltung und stellte dabei das Ehrenamt in den Vordergrund.
Damals wie heute sei die Selbstverwaltung der Wirtschaft und die Idee des „Ehrbaren Kaufmanns“ die Herzstücke der IHK-Arbeit. Heute seien gut 4.500 Menschen regelmäßig ehrenamtlich für die IHK Pfalz im Einsatz, so Hornbach.
Alle ehrenamtlich Tätigen haben 2017 gemeinsam mehr als 113.000 Stunden für das Allgemeinwohl gearbeitet, was mehr als 60 Arbeitsjahren und – konservativ gerechnet – einem Gegenwert von fast 7 Millionen Euro entspricht.
„Auf die Straßen und Plätze“
Jubiläums-Festredner Steinmeier rief zur Diskussion für die Demokratie auf. Es gelte, wieder zu debattieren. Früher habe man gerufen: „Hoch zum Schloss“. Heute müsse man wieder auf Straßen und Plätze für die Demokratie in Europa.
Steinmeier betonte die Wichtigkeit von Wirtschaft, Handwerk und Handel im Prozess zu einem gemeinschaftlichen Europa: „Dafür weiß ich die Kammern und Unternehmen an meiner Seite.“

In der Talkrunde wurde unter anderem auch das Ehrenamt bei der IHK behandelt.
Foto: Pfalz-Express/Ahme
Talkrunde zum Ehrenamt
In der Talkrunde , die Ralph Szepanski (ZDF) moderierte, behandelten Bischof Wiesemann, Ministerpräsidentin Dreyer, Albrecht Hornbach und Dr. Uwe Liebelt (Vizepräsident der IHK Pfalz und im BASF Management tätig) den Begriff des „ehrbaren Kaufmanns“ und das ehrenamtliche Engagement in der Gesellschaft und speziell bei der IHK.
Hornbach: “Der ehrbare Kaufmann ist nach wie vor Herzstück der IHK-Arbeit“: „Ein solides Verhalten kann man nicht regulieren“.
Ehrenamtliches Engagement sei ein klares Statement gegen die sinkende Bereitschaft, sich für die Allgemeinheit einzusetzen.
Es setze Zeichen gegen Institutions- und Politikverdrossenheit, so Hornbach weiter.
Bei der IHK Pfalz seien regelmäßig gut 4500 Menschen ehrenamtlich im Einsatz. „2017 haben alle ehrenamtlich Tätigen mehr als 113.000 Stunden für das Allgemeinwohl gearbeitet“, so Hornbach.
Den „Abgehängten“ eine Chance geben, sich mit ihnen solidarisch zeigen und sie partizipieren zu lassen, mache eine funktionierende Gesellschaft aus, bemerkte zum Beispiel Bischof Wiesemann.
Die Begriffe „Diskussionskultur“, und vor allem „Duale Ausbildung“ wurden von den Diskussionsteilnehmern ausgiebig besprochen.
China und die USA seien „neidisch“ auf das deutsche duale Ausbildungssystem und würden es nach und nach in ihren Ländern versuchen, umzusetzen, berichtete Dr. Liebelt.
Wirtschaft könne nicht gemacht werden ohne den Menschen, so Bischof Wiesemann. Und: „Ich würde mir wünschen, dass mehr auf junge Menschen geachtet würde“.
Malu Dreyer sieht Rheinland-Pfalz gut im Ehrenamt aufgestellt: „Jeder zweite Rheinland-Pfälzer ist ehrenamtlich aktiv, gerade auch junge Leute“, so die Ministerpräsidentin.
Dreyer: „Zerbrechliche Demokratie“
Beim Hambacher Fest im Jahr 1832 schwenkten zum ersten Mal tausende Menschen Schwarz-Rot-Gold für Demokratie und ein geeintes Deutschland, erinnerte Ministerpräsidentin Dreyer.
Es sei „folgerichtig“, dass der Bundespräsident seine Reise durch Rheinland-Pfalz hier beginne. „Schwarz-Rot-Gold steht für Freiheit, Demokratie und Zusammenhalt in guter Partnerschaft mit unseren europäischen Nachbarn“.
Die „Orte der Demokratie“ erinnerten an die kulturellen Errungenschaften und gemeinsamen Traditionen der deutschen Geschichte und zugleich an die Zerbrechlichkeit der Demokratie, mahnte die Ministerpräsidentin.
(red/cli/desa)

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