Berlin – Der Bundesnachrichtendienst soll erstmals eigene Spionage-Satelliten bekommen.
Auf Vorschlag des Kanzleramtes bewilligte laut eines Berichts von „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR das geheim tagende sogenannte Vertrauensgremium des Haushaltsausschusses in dieser Woche erste Haushaltsmittel für das Projekt.
Der BND wolle das Satellitensystem mithilfe der Bundeswehr und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt entwickeln. Die Kosten werden auf mindestens 400 Millionen Euro geschätzt. Spätestens 2022 sollen die Kameras des Satelliten erste hochauflösende Bilder liefern.
Der BND müsse nun ein technisches Entwicklungskonzept vorlegen und eine Firma finden, die den eigens zu entwickelnden Spähapparat entwirft und baut. Bisher bekommt der BND Daten für seine Arbeit von der Bundeswehr, die eigene Klein-Satelliten betreibt – oder er kauft sie auf dem freien Markt ein. Auch von Partnerdiensten, zum Beispiel aus den USA, kommen hochauflösende Bilder.
Seit Jahren argumentiert der Bundesnachrichtendienst, dass man eine eigene Satellitentechnik benötige. So könne man besser als bisher Konfliktregionen wie die Ukraine oder mutmaßliche Standorte zur Produktion von Massenvernichtungswaffen überwachen.
Bisher waren solche Vorstöße am Kanzleramt gescheitert, das die hierfür benötigten Finanzmittel nicht zur Verfügung stellen wollte. 2010 beendete die Regierung Gespräche mit der US-Regierung. Damals ging es um das Projekt „Hiros“: Deutschland und die USA sollten in 500 Kilometern Höhe jeweils drei Satelliten stationieren. Sie sollten kommerziellen Zwecken und Einsätzen im Katastrophenschutz dienen, aber auch der BND wäre einer der Hauptnutzer dieser Bilder gewesen.
In den vergangenen Monaten allerdings zeichnete sich innerhalb der Bundesregierung eine Trendwende zugunsten der Sicherheitsbehörden ab. Bundespolizei, BKA und Verfassungsschutz wurden mit neuen Stellen und zusätzlichem Geld ausgestattet. Allein der Verfassungsschutz soll nun bis 2019 mehr als 1.100 neue Stellen erhalten.
Die Bundespolizei kann bis 2020 mit insgesamt 7.000 zusätzlichen Bediensteten rechnen. Die Bundesregierung begründet dies mit der veränderten Sicherheitslage rund um Europa und der gestiegenen Bedrohung durch den Terrorismus.
Zudem solle die Abhängigkeit von den US-Geheimdiensten zumindest reduziert werden. Beteiligte an den Diskussionen berichteten bereits vor Wochen von einem völlig veränderten Klima – man „könne nun anmelden, was man wolle“.
Der BND soll neben dem Satelliten demnach auch mehr als 400 neue Personalstellen erhalten. (dts Nachrichtenagentur)

Diesen Artikel drucken



Berlin – Siegfried Kauder (CDU) wird bei der Bundestagswahl im September gegen seine eigene Partei antreten. „Ich habe über 300 Unterschriften gesammelt, ...
Berlin/Washington – Der Streit um streng geheime Spionageziele, die der Bundesnachrichtendienst (BND) im Auftrag der NSA überwacht, eskaliert. Nach Informationen der „Bild ...
Berlin – Die Bundespolizei kann im laufenden Jahr 1.850 geplante zusätzliche Stellen vorerst nicht besetzen, weil der Bundestag den Bundeshaushalt 2018 noch ...
Berlin – Die Bundesregierung glaubt offenbar selbst nicht mehr daran, dass sie ihre gesteckten Ziele erreichen kann, weder die Ausstoßreduzierung von CO2 ...
Berlin – Im Kampf gegen Rechtsextremismus hat sich Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bei der Planung für den nächsten Bundeshaushalt nicht vollständig durchsetzen ...
Köln – Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) wehrt sich seit Monaten gegen den mutmaßlichen Angriff eines ausländischen Geheimdienstes. Nach ...
London – Nach Ansicht des Historikers und Spionage-Experten Christopher Nehring hat Russland kein erkennbares Motiv für den Giftanschlag auf Ex-Agent Sergej Skripal. ...
Berlin – Im Berliner Regierungsbetrieb hat es nach „Spiegel“-Informationen weitere Fälle mysteriöser Handy-Ausspähungen gegeben. Betroffen waren demnach ein für die Kontrolle der ...
Berlin – Die Abhöreinrichtung des Bundesnachrichtendienstes (BND) im bayerischen Bad Aibling ist nach Feststellung von Regierungsexperten jahrelang für Spionage gegen europäische Staaten ...
Die Bundeswehr will mit zwei fabrikneuen Flugzeugen des Herstellers Airbus die stark beanspruchte Flugbereitschaft modernisieren. Die beiden Jets vom Typ A321 sollen ...
Berlin – Fast alle Bundesländer wollen möglichst bald auch eigene gesetzliche Grundlagen für den Einsatz elektronischer Fußfesseln gegen Gefährder schaffen. Das ist ...
Berlin- Der Verteidigungsetat wird im kommenden Jahr um 10 Milliarden Euro steigen. Das sagte die geschäftsführende Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen der ...













