
Foto: dts Nachrichtenagentur
Berlin – Die deutsche Wirtschaft fordert einen Rettungsschirm für den Fall, dass Gaslieferungen aus Russland ganz ausbleiben sollten und in Unternehmen die Produktion eingestellt werden muss.
„Bleibt Nord Stream 1 leer, droht die teilweise oder komplette Einstellung der Gaslieferung an viele Betriebe. Dann steht die Produktion in diesen Unternehmen still“, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Peter Adrian, der „Welt“. „Notwendig ist daher nicht nur eine rasche Ausdehnung der Notfallzahlungen für Unternehmen mit extrem hohen Energiepreisen, sondern auch ein Konzept für Überbrückungshilfen im Falle von faktischen Betriebsschließungen“, so Adrian.
An diesem Montag haben turnusmäßige Wartungsarbeiten an der Gaspipeline Nord Stream 1 begonnen, sie dauern in aller Regel zehn Tage. In Deutschland ist die Sorge allerdings groß, dass Russland den Gashahn vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine nach dem 21. Juli nicht mehr aufdreht.
Nord Stream 1 ist eine der wichtigsten Pipelines zur Gasversorgung Deutschlands und Europas. „Die Politik sorgt sich nachvollziehbar um die Energieversorgung der Verbraucher, wie die Diskussion um die Vermeidung von Gas- und Stromsperren zeigt“, sagte DIHK-Präsident Adrian. Er bezieht sich damit auf die Idee eines Moratoriums für Privatkunden, das Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) vorschlägt.
Demnach soll Haushalten, die hohe Energiepreise nicht zahlen können, Strom oder Gas nicht abgestellt werden. Nun wollen auch die Wirtschaftsvertreter Unterstützung der Bundesregierung. „Auch die Nöte vieler Unternehmen müssen stärker in den Blick genommen werden. Immer mehr Betriebe werden die explodierenden Energiepreise über kurz oder lang nicht mehr schultern können“, so Adrian. Die gestiegenen Kosten der Gasbeschaffung weiterzureichen, würde für viele Betriebe das Aus bedeuten. Der DIHK warnt vor Betriebsschließungen, weil viele Unternehmen keine Alternativen zum Einsatz von Gas in der Produktion hätten.
Ein schneller Umstieg auf andere Energieträger sei häufig nicht möglich oder dauere zu lange. Der zu erwartende weitere Anstieg der Energiepreise sowie mögliche Versorgungsengpässe und Rationierungen würden die Unternehmen daher mit voller Wucht treffen. So prognostiziert der DIHK-Präsident: „Über die Produktions- und Logistikketten wären nicht nur einzelne Betriebe oder Branchen betroffen, sondern die gesamte deutsche Wirtschaft sowie ihre Beschäftigten – und damit auch die Versorgung unseres Landes.“ (dts Nachrichtenagentur)
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Diesen Artikel drucken



Berlin – Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) fürchtet, dass Unternehmen durch die neue EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gehäuft zum Ziel von Abmahnungen werden ...
Berlin – Die Tourismusbranche in Deutschland befürchtet wegen Personalmangels in diesem Sommer einen deutlichen Umsatzrückgang. Das geht aus einer Umfrage des Deutschen ...
Berlin- Die sich zuspitzende Krise zwischen Deutschland und der Türkei verunsichert zunehmend die deutsche Wirtschaft. Das berichtet die „Welt am Sonntag“ unter ...
Berlin – Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Peter Adrian, rechnet mit gravierenden Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die deutsch-russischen Handelsbeziehungen. ...
Berlin- Der Präsident des Deutsche Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, hat vor den wirtschaftlichen Folgen der Beherbergungsverbote gewarnt. „Nach dem schon ...
Rheinland-Pfalz wird sich nächste Woche bei den Gesprächen zwischen der Bundesregierung und den Ministerpräsidenten der Länder für eine stufenweise Lockerung der Betriebsschließungen ...
Wirtschaftsvertreter und Ökonomen schlagen wegen der bürokratischen Genehmigungsprozesse in Deutschland Alarm. „Immer komplexere und langwierigere Planungsverfahren mit mehrfachen Klageerhebungen und nahezu endlosen ...
Berlin – Nach Einschätzung des Deutschen Industrie-und Handelskammertags (DIHK) erhöhen die verschärften Strafmaßnahmen gegen Russland die Sorgen vieler deutscher Unternehmen. „Die EU-Sanktionen ...
Zug – Energieunternehmen schlagen Alarm wegen möglicher Folgen der von den USA geplanten Russland-Sanktionen für die Öl- und Gasversorgung. „Sollten die Sanktionen ...
Berlin – Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) warnt angesichts der steigenden Infektionszahlen durch die Omikron-Welle vor massiven Störungen der Lieferketten. „Es ...
Die Bundesanwaltschaft hat am 16. März 2022 am Oberlandesgericht Düsseldorf Anklage gegen den deutschen Bundeswehr-Reserveoffizier Ralph G. wegen Spionage für Russland erhoben. ...
Moskau – Wirtschaftsvertreter warnen vor negativen Konsequenzen, sollte die Europäische Union (EU) mit Handelsbeschränkungen gegen Russland auf die Krim-Krise reagieren. „Wirtschaftssanktionen sind ...












