
Foto: dts nachrichtenagentur
Berlin – Sahra Wagenknecht, frühere Chefin der Linksfraktion im Bundestag, beklagt eine zunehmende soziale Spaltung in Deutschland und geht dabei auch mit den Linken hart ins Gericht.
„Viele linke Politiker haben den Kontakt zu den Benachteiligten verloren, zu denen ohne Universitätsabschluss, zur alten Mittelschicht und erst recht zu den Ärmeren, die heute in Niedriglohnjobs arbeiten müssen“, sagte Wagenknecht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.
Diese Menschen kämpften Monat für Monat um ihr soziales Überleben und fühlten sich dabei oft allein gelassen. Die Linke „ist dafür gegründet worden, dass sie deren Interessen vertritt, und nicht dafür, sich mit Lifestyle-Fragen der Privilegierten zu beschäftigen“, so Wagenknecht.
Leider seien die linken Parteien aber europaweit in den letzten Jahren immer mehr zu Parteien der Bessergebildeten und Besserverdienenden geworden. Wagenknecht beklagte zudem mangelnde Konsequenzen aus der Coronakrise. So würden die sogenannten „Helden des Alltags“ immer noch miserabel bezahlt.
„Zwar hat endlich sogar die Bundesregierung gemerkt, wer in unserem Land wirklich systemrelevant ist: die Leute, die trotz Corona und mit wenig Schutz in den Supermärkten, in den Pflegeheimen, in den Krankenhäusern gearbeitet haben.“ Doch hätten diese Menschen nur wohlfeilen Applaus bekommen.
„Der Mindestlohn, der zumindest für einen Teil von ihnen relevant ist, steigt im Januar um klägliche 15 Cent. Und so driftet das Land weiter auseinander – mit enormem Reichtum auf der einen Seite, während andere um ihr bisschen Wohlstand immer mehr kämpfen müssen.“
Wagenknecht forderte, „die Ausbeutung im Niedriglohnsektor“ müsse endlich beendet werden. „Außerdem brauchen wir wieder durchgehend tarifliche Bezahlung, gerade im Einzelhandel.“ Einen grundlegenden Wandel forderte die Linken-Politikerin zudem in der Pflege. Sie sagte: „Die Pflege gehört in nicht in die Hände von Hedgefonds und Finanzinvestoren, die auf Kosten wehrloser alter Menschen einen Reibach machen.
Um Renditen von zehn Prozent und mehr zu realisieren, wird Personal entlassen, unter extremen Druck gesetzt und schlecht bezahlt.“ Zum Vergleich verwies Wagenknecht auf Luxemburg. Dort hätten Krankenpfleger nach einer amtlichen Statistik im Jahr 2017 knapp 94.000 Euro brutto pro Jahr verdient. „Das zeigt: In Deutschland sind die Gehälter für Alten- und Krankenpfleger viel zu niedrig.“ (dts Nachrichtenagentur)
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Diesen Artikel drucken



Berlin – Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht hat scharfe Kritik daran geübt, dass deutsche Behörden Wahlkampfauftritte türkischer Regierungsvertreter in Deutschland dulden: „Die Kumpanei der ...
Berlin – Die frühere AfD-Vorsitzende Frauke Petry rät Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht zum Austritt aus der Linken und zur Gründung einer neuen Partei. ...
Berlin- Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht hat die Ergebnisse der Sondierungen von CDU, CSU und SPD scharf kritisiert. „Angeblich wollen CDU/CSU und SPD eine ...
Berlin – Die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach Ansicht der Fraktionsvorsitzenden der Linken im Bundestag, Sahra Wagenknecht, zu einem ...
Berlin – Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Sahra Wagenknecht, hat ihren Vorschlag zur Bildung einer neuen linken Volkspartei bekräftigt. „Wir brauchen ...
Berlin – Teile der neuen Bundestagsfraktion der Linken wollen offenbar die Fraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch entmachten. Das geht laut „Redaktionsnetzwerk ...
Magdeburg – Die Fraktionsvorsitzende der Linken, Sahra Wagenknecht, ist am Samstag beim Parteitag in Magdeburg mit einer Torte beworfen worden. Zu dem ...
Berlin – Die Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Sahra Wagenknecht, hat die Aufstellung eines Gegenkandidaten zum amtierenden Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) für ...












