Montag 12.Oktober 2026

Städte fordern „Blackout-Reserve“ für Krisenfall

10. Januar 2026 | Kategorie: Panorama

Rathaus (Archiv)
Foto: via dts Nachrichtenagentur

Berlin  – Nach dem Stromausfall in Berlin durch einen Anschlag fordern die Städte vom Bund eine „nationale Blackout-Reserve“ mit mobilen Kraftwerken.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Christian Schuchardt, sagte der „Rheinischen Post“: „Für großflächige und mehrtägige Stromausfälle, wie jetzt in Berlin, müssen wir größer denken als bisher. Wir brauchen eine nationale Blackout-Reserve für solche Fälle.“

Einzelne Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Pflegeheime mit Notstrom-Aggregaten zu versorgen, sei zwar wichtig und gut. „Noch besser wäre, wenn wir mit mobilen Kraftwerken gleich ganze Quartiere mit Wärme und Strom versorgen könnten“, so Schuchardt. Vorhalten müsse diese „nationale Blackout-Reserve“ dann der Bund.

Der Anschlag auf die Stromversorgung in Berlin habe überdies gezeigt, „wie schnell Zehntausende Menschen von einem Katastrophenfall betroffen sein können“, ergänzte der Hauptgeschäftsführer. Deshalb müssten auch im Bundes- und in den Landeshaushalten die Mittel für den Bevölkerungsschutz in den Kommunen deutlich erhöht werden. „Und zwar nicht als temporäre Förderprogramme, sondern planbar und dauerhaft“, forderte Schuchardt. (dts Nachrichtenagentur)

Hintergrundinfos zur Lieferung von Aggregaten ins Ausland

Stand Januar 2026 haben verschiedene Quellen und offizielle Stellen der Bundesrepublik Deutschland (vor allem über das Technische Hilfswerk – THW) rund 1.700 Notstromaggregate (Stromgeneratoren) in die Ukraine geliefert. Diese Zahl wird in mehreren aktuellen Berichten und Faktenchecks bestätigt (z. B. Tagesspiegel, BR24, Berliner Zeitung, Bundesinnenministerium). Danach habe das THW seit 2022 mehr als 1.700 Stromerzeuger koordiniert und transportiert – der Großteil sei in die Ukraine gegangen.
Bereits im Dezember 2022 startete eine Lieferung von 470 Generatoren (Wert ca. 19,5 Mio. €), weitere folgten in den Jahren danach.

Frühere Zahlen (z. B. knapp 2.500 oder 3.000 Generatoren) beziehen sich oft auf breitere EU-weite oder kommunale Initiativen mit deutscher Beteiligung (z. B. über BMZ/EU-Partnerschaften), nicht ausschließlich auf direkte Bundesrepublik-Lieferungen. Die Aggregate seien verschenkt (gespendet bzw. als Hilfslieferung übergeben) – nicht geliehen oder geleast worden.

Offizielle Stellen betonen, dass es sich um extra für die Ukraine beschaffte Geräte handelt (finanziert durch Auswärtiges Amt, BMI und andere), die nicht aus deutschen Beständen (z. B. THW-Eigenbestand) entnommen wurden. (desa)

 

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