
Teil des Festakts in der Jugendstil-Festhalle war eine „Talkrunde“ mit den Ortsvorsteherinnen und Ortsvorstehern der Stadtdörfer.
Quelle: Stadt Landau
Landau. Die Stadt Landau ist viel mehr als „nur“ die Kernstadt: Eingerahmt wird sie von acht Stadtdörfern, die nicht nur dafür sorgen, dass die Südpfalzmetropole den Titel „Größte Weinbau treibende Gemeinde Deutschlands“ führen darf, sondern auch eine entscheidende Rolle für den Tourismus in der Region spielen.
In diesem Jahr feiern die acht Landauer Ortsteile rundes bzw. halbrundes Jubiläum: Vor 50 Jahren, am 22. April 1972, wurden Arzheim, Dammheim, Godramstein, Mörzheim, Nußdorf und Wollmesheim eingemeindet; vor 85 Jahren, am 1. April 1937, Queichheim und Mörlheim.
Festakt in kleiner Runde
Pandemiebedingt in kleinerer Runde mit geladenen Gästen, darunter der Stadtvorstand, Staatssekretärin Nicole Steingaß als Vertreterin der Landesregierung sowie die aktuellen und früheren Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher, fand in der Jugendstil-Festhalle auf Einladung von OB Thomas Hirsch jetzt ein Festakt zu Ehren der Stadtdörfer statt.
„Wir möchten im Rahmen dieser Feierstunde die Jubiläen würdigen und damit auch den Beitrag unserer Stadtdörfer zur guten Stadtentwicklung in den vergangenen Jahrzehnten“, betonte Stadtchef Hirsch. „Aufgrund der Corona-Pandemie war ein großer Festakt mit größerer Gästeschar leider nicht möglich, aber vielleicht ergibt sich im Laufe des Jahres in den Stadtdörfern noch die Gelegenheit zu einer Feier vor Ort.“
Die Sparkasse Südpfalz stelle jedem Stadtdorf dafür eine „Jubiläumsgratifikation“ von 1.000 Euro zur Verfügung, informierte Hirsch.
Rückblick auf Eingemeindungen
In seiner Ansprache blickte der OB auf die Zeit der Eingemeindungen zurück, die besonders 1972 keineswegs unumstritten waren. Aber: „Aus heutiger Sicht waren sie sicherlich eine der wichtigsten Weichenstellungen für die Zukunft unserer Stadt und unserer Stadtdörfer.
Alle sind seither Stadt, auch wenn Interessenkonflikte bis heute nicht immer zu aller Zufriedenheit zu lösen sind.“ So seien Entscheidungen im Stadtrat gegen ein anderslautendes Votum von Ortsbeiräten nicht etwa „undemokratisch“, sondern Ergebnis eines Abwägungsprozesses für das „große Ganze“, stellte Hirsch mit Blick auf Diskussionen der jüngeren Vergangenheit klar.
Stadtdörfer sind fit für die Zukunft
Er machte aber auch deutlich: „Wir brauchen die Wortmeldungen aus den Stadtdörfern.“ Gemeinsam habe man die Dörfer in den zurückliegenden Jahren fit für die Zukunft gemacht, so Landaus OB – auch und ganz besonders durch das vom Land Rheinland-Pfalz geförderte Modellprojekt „Kommune der Zukunft“, das speziell auf Stadtdörfer zugeschnitten und in Landau erstmals erprobt worden sei.
Grußworte aus Mainz
Auf die Ansprache des Landauer Oberbürgermeisters folgten Grußworte aus Mainz. „Das einzigartige Landauer Lebensgefühl speist sich zu einem nicht unwesentlichen Teil gerade aus dem Charme und dem ganz eigenen Charakter seiner Stadtdörfer und der dörflichen Vielfalt, die geprägt ist durch den Weinbau, durch die Kunst und die kulturellen Ereignisse“, sagte Innenstaatssekretärin Nicole Steingaß.
„Alle Dörfer tragen zur Attraktivität der Kernstadt bei. Sowohl Landau als auch die Stadtdörfer profitieren voneinander, sei es kulturell, ökonomisch oder bei der Infrastruktur. Angefangen bei der Bildungs- und Schullandschaft über die verbesserte Verkehrsinfrastruktur bis hin zum Ausbau von Arbeits- und Ausbildungsplätzen und nicht zuletzt beim Bau von neuem Wohnraum: Viele Bereiche haben durch das Zusammenwachsen von Stadt und Umland eindeutig gewonnen. Gerade deshalb ist Landau mittlerweile auch ein wirtschaftlicher und kultureller Mittelpunkt der Südpfalz.“
Talkrunde mit Ortsvorstehern
Teil des Festakts war auch eine „Talkrunde“ mit den amtierenden Ortsvorsteherinnen und Ortsvorstehern, die berichteten, was die Menschen in den Stadtdörfern aktuell bewegt – von der Rückkehr des Dorflebens nach der Hoch-Zeit der Corona-Pandemie über die Realisierung künftiger Dorfentwicklungsprojekte bis hin zu Wohnen, Nah- und Gesundheitsversorgung im Dorf.
Werke des Nußdorfer Komponisten Klein
Die musikalische Begleitung des Abends übernahmen Philipp Niederberger (Gesang) und Jürgen Kruse (Klavier) mit Werken des Nußdorfer Komponisten Richard-Rudolf Klein, der 2021 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte, ein Jubiläum, das in diesem Jahr im Landauer Stadtdorf begangen werden soll.

Innenstaatssekretärin Nicole Steingaß und OB Thomas Hirsch bei der Feierstunde anlässlich des Jubiläums der Eingemeindung der Landauer Stadtdörfer.
Quelle: Stadt Landau
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