
Foto: dts Nachrichtenagentur
Dessau-Roßlau – Das Umweltbundesamt hat vor Rekord-Feinstaubwerten am Jahreswechsel gewarnt.
„In der Silvesternacht messen wir die höchsten Feinstaubwerte, die wir im ganzen Jahr feststellen. Da sprechen wir über Werte, die 1.000 Mikrogramm pro Kubikmeter überschreiten können“, sagte Ute Dauert, Meteorologin bei der Behörde, in der Sendung „Frühstart“ der RTL/n-tv-Redaktion. „Als Vergleich: Im Jahresmittel haben wir in Städten etwa 18 Mikrogramm.“
Für Menschen mit Vorerkrankungen, Asthmatiker etwa, könnte das zu Problemen führen – bis hin zu lebensbedrohlichen Asthmaanfällen.
Von gesundheitlicher Bedeutung insgesamt sei aber die „dauerhafte Belastung über das Jahr hinweg. Das macht Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauferkrankungen“, so Dauert. „Und da spielen auch andere Quellen eine Rolle, wie Landwirtschaft oder Energieerzeugung oder auch Holzbefeuerung im Privaten – und eben auch das Silvesterfeuerwerk, das zwei Prozent der Gesamtemissionen ausmacht, aber das an einem Tag.“
Aus Sicht des Umweltbundesamtes sei es wünschenswert, „dass immer mehr Menschen darauf verzichten oder es einschränken. Es trägt dazu bei, die Feinstaubbelastung zu senken, Müllberge zu vermeiden und den Energieaufwand zu senken, der für die Herstellung solcher Feuerwerkskörper benötigt wird.“
Dauert hat jedoch Verständnis für all jene, die an dem Feuerwerk hängen. „Auf der anderen Seite gehört es eben zur Tradition in Deutschland, das alte Jahr mit einem kräftigen Feuerwerk zu verabschieden. Deswegen sind beide Sichtweisen berechtigt.“
Auf die Frage, ob sie ein Verbot in naher Zukunft für möglich halte, sagte sie, sie spüre, dass das Brauchtum auf den Prüfstand gestellt werde. „Daher würde ich es nicht ausschließen, dass die gesetzlichen Grundlagen in naher Zukunft geändert werden.“ (dts Nachrichtenagentur)
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