
Foto: dts Nachrichtenagentur
Berlin – Der Protestforscher Peter Ullrich von der Technischen Universität Berlin erkennt bei den Protesten gegen die Corona-Maßnahmen ein klares Muster: „Es dominiert eine diffuse, teils ideologisch ungefestigte, aber im Grundsatz rechtspopulistische Weltsicht“, sagte Ullrich dem Nachrichtenportal Watson.
Linke Gruppen sieht er dagegen kaum bis gar nicht vertreten. Deshalb lehnt er die Verwendung des Begriffs „Querfront“ in diesem Zusammenhang auch ab. „Es sind eigentlich so gut wie keine organisierten Linken bei diesen Protesten zu erkennen“, so der Protestforscher weiter. Allerdings wisse die Forschung noch zu wenig über die Zusammensetzung der Demonstrationen. Daher seien alle Aussagen dazu noch unter Vorbehalt.
Als Gemeinsamkeit bei den Teilnehmern der Demos sieht Ullrich das Leugnen der Pandemie. „Die Leugnung der Pandemie hat ja etwas von Weltflucht, ist extrem unsolidarisch und egoistisch“, sagte Ullrich. Den Einwand, dass auch ganz normale, des Rechtsextremismus unverdächtige Bürger an den Protesten teilnähmen, lässt er nicht gelten. „Wenn ganz normale Bürger mit Rechten auf eine Demo gehen und dort rechte Symbole okay finden und rechte Verschwörungsmythen vertreten oder hinnehmen, dann sind es eben ganz normale, rechts eingestellte Teilnehmer“, so der Protestforscher.
Dabei gebe es durchaus Anlass zur Sorge: Das Grundrecht der Versammlungsfreiheit sei anfangs sehr autoritär eingeschränkt worden. „Vor allem kleine linke Demonstrationen für die Aufnahme von Geflüchteten, mit wenigen Leuten und großem Abstand, hatten teilweise mit massiven Polizeireaktionen umzugehen. Allerdings können die sogenannten `Hygienedemos` ganz offensichtlich stattfinden, obwohl sie alle Standards der aktuellen Pandemie-Situation unterlaufen“, sagte Ullrich. Das sei „schon fast bizarr“. Die Bewegung fühle sich unterdrückt, obwohl man sie weitgehend gewähren lasse. (dts Nachrichtenagentur)
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