Samstag, 13. Juli 2024

Palmer verlangt Ende des „Datenschutz-Kults“ bei Corona-Warn-App

14. Dezember 2020 | Kategorie: Nachrichten, Politik

Corona-Warn-App
Foto: dts Nachrichtenagentur

Tübingen  – Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) hat die Bundesregierung aufgefordert, die strengen Datenschutzauflagen für die Corona-Warn-App zu lockern.

„Wir müssen runter von diesem Datenschutz-Kult“, sagte er in der „Bild“-Sendung „die richtigen Fragen“. Es gehe darum, die App bis zum 10. Januar „scharf zu schalten“ und die Wirksamkeit deutlich zu erhöhen. „Sonst werden wir nicht herauskommen aus diesem Winterschlaf.“

Dafür müsse man endlich auf mehr Daten auf dem Handy zugreifen können, so Palmer. Der Lockdown könne nur das letzte Mittel sein, „weil er so starke Nebenwirkungen hat“. Es gebe mit der Verschärfung des Lockdowns massive Einschränkungen der Grundrechte. „Die Grundrechtseinschränkungen sind viel größer als das, was wir beim Datenschutz tun können“, sagte Palmer. Der Grünen-Politiker mahnte zugleich: „Wenn wir die Kontaktverfolgung nicht auf moderne Daten umstellen, dann werden wir in den nächsten Lockdown rutschen nach dem 10. Januar.“

Tatsächlich gibt jeder, der beispielsweise Google oder Facebook über das Handy nutzt, ungleich viel mehr Daten preis als mit der Corona-App. Palmer hatte auch das viel beachtete „Tübinger Modell“ entwickelt – in der Stadt gibt fast keine Corona-Ausbrüche in Altenheimen und Pflegeeinrichtungen. (dts Nachrichtenagentur/red)

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