
In Ramstein hat sich mehr getan als bislang bekannt.
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Nach Recherchen von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ werden auf der Militärbasis Live-Bilder der völkerrechtlich umstrittenen Drohneneinsätze analysiert und mit nachrichtendienstlichen Erkenntnissen abgeglichen. Zudem werde Ramstein als Relaisstation genutzt, um Steuerungsbefehle an die weltweit operierende Drohnenflotte zu übermitteln.
Bislang ging man davon aus, dass lediglich Drohnenangriffe in Afrika von Deutschland aus gesteuert werden. Die Recherche stütze sich auf US-Dokumente und die Aussagen des ehemaligen Drohnen-Piloten Brandon Bryant. Bryant sagte dem Recherche-Verbund: „Ohne Deutschland wäre der gesamte Drohnen-Krieg des US-Militärs nicht möglich.“
Bryant war bis April 2011 auf einer Basis in New Mexico stationiert und steuerte von dort aus Drohnen. Bei Dienstbeginn „habe ich immer als erstes in Ramstein angerufen“ sagte Bryant.
Wegen der großen Entfernung zwischen den Einsatzgebieten – etwa Pakistan oder Yemen – und den Drohnen-Piloten in den USA müsse das Signal über Deutschland geleitet werden. Hier werde das Satellitensignal aufgefangen. Über ein Kabel werde dann die Verbindung in die USA hergestellt. Das belegen dem Recherche-Verbund zufolge auch interne Dokumente des US-Militärs.
Im vergangenen Jahr berichteten der NDR und die „Süddeutsche Zeitung“ erstmals über die Einbindung von US-Basen in Deutschland in den Drohnen-Krieg, aber nur über Einsätze in Afrika.
US-Präsident Barack Obama hatte auf die Berichterstattung mit der Aussage reagiert, Deutschland sei „keine Ausgangsbasis“ für Drohnenangriffe. Ab dieser Woche beschäftigt sich auch der NSA-Untersuchungsausschuss mit der Drohnen-Problematik. (red/dts Nachrichtenagentur)

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