
Polnisch-weißrussische Grenze
Foto: dts Nachrichtenagentur
Grodno – Weißrusslands Machthaber Alexander Lukaschenko hat den an der Grenze seines Landes zu Polen ausharrenden Flüchtlingen überraschend einen Besuch abgestattet.
Weißrussland sei bereit, „sein Bestes“ für die Flüchtlinge zu tun und „lasse sie nicht im Stich“, zitierte ihn die staatliche weißrussische Nachrichtenagentur Belta am Freitag. „Einige von Ihnen, die der westlichen Propaganda glauben, suchen dort ein besseres Leben. Dort ist das Leben wahrscheinlich besser als im Land, aus dem Sie kommen“, soll Lukaschenko gesagt haben.
Aber das Schlimmste sei, dass die Flüchtlinge und ihre Kinder in ihren Heimatländern keine Zukunft hätten. An Medienvertreter aus anderen Staaten gewandt sagte Lukaschenko: „Weißrussland wird alles tun, was die Flüchtlinge wollen, auch wenn das Polen, Lettland und anderen Staaten nicht recht ist.“ Gleichzeitig soll er für Verständnis geworben haben, dass man eine Ausreise nach Deutschland nicht garantieren könne.
Weißrussland werde „keinen Krieg anfangen“, um „einen Korridor durch Polen nach Deutschland“ zu schaffen. „Das müssen Sie verstehen.“ Gleichzeitig sparte Lukaschenko nicht mit Kritik an den polnischen Sicherheitskräften.
Gegen die Flüchtlinge seien angeblich „Pestizide, Betäubungsgranaten und Tränengas“ eingesetzt worden. „Wären Sie weiter über die Grenze gegangen, hätte alles viel schlimmer enden können. Die Menschen auf der anderen Seite sind verrückt geworden“, so der weißrussische Machthaber.
Er erinnerte an sein Gespräch mit Angela Merkel, die angeblich versprochen habe, gemeinsam mit der Europäischen Union das Problem an der weißrussisch-polnischen Grenze zu lösen. „Wir haben den Europäern versprochen, dass wir alles tun werden, damit diejenigen, die in ihr Heimatland zurückkehren wollen, dies tun können, wenn Sie es wünschen“, so Lukaschenko.
Zuletzt wurden einige Flüchtlinge von Weißrussland aus wieder zurückgeflogen, unter anderem in den Irak. Einige hoffen in Weißrussland aber noch immer auf eine Weiterreise nach Deutschland. (dts Nachrichtenagentur)

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