Washington- Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds, warnt davor, die Flüchtlingskrise zu unterschätzen.
Die Herausforderung sei „viel größer, als wir sehen und sehen wollen“, sagte sie der „Süddeutschen Zeitung“. Im Moment schaue jedes Land nur auf sein eigenes Terrain. „Aber es gibt viel mehr Probleme“.
Jede Regierung fokussiere sich darauf, wie sie mit den Flüchtlingen zurechtkomme, die vor eigenen Grenzen stünden. „Aber das ist nur ein kleiner Ausschnitt“, warnte sie. Lagarde erwartet, dass der Zustrom von Flüchtlingen nach Europa 2016 anhalten wird.
Wenn die Friedensverhandlungen erfolgreich verliefen, könnte sich die Zahl aus den betreffenden Ländern Syrien, Afghanistan, Pakistan verringern. Sollte das nicht klappen, erwartet Lagarde, dass noch mehr Menschen kommen werden.
Um Fluchtursachen zu beseitigen, sollten „UN-Friedensmissionen, multilaterale Friedensverhandlungen und finanziell-ökonomische Hilfe“ gebündelt werden. Der IWF werde „im Rahmen seiner Möglichkeiten“ dazu beitragen.
Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos kommende Woche wird Lagarde eine Flüchtlingsstudie vorlegen. „Wir haben Ströme, Ursachen, Kosten und Nutzen der Migranten untersucht und welchen Einfluss sie auf die Volkswirtschaften haben“. (dts Nachrichtenagentur)
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