Berlin – Der bisherige Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Hubert Burda, hat die Dominanz von US-Unternehmen im digitalen Journalismus beklagt.
„Google hat uns praktisch mattgesetzt. Und wir haben alle klein beigegeben“, sagte Burda den Zeitungen der „Funke-Mediengruppe“. „Wir haben unsere Inhalte zu wenig selbst vermarktet, stattdessen macht Google mit der Vermarktung unserer Inhalte einen Milliardenumsatz, ohne uns zu vergüten und zahlt obendrein kaum Steuern.“
Die grundsätzliche Weichenstellung, Google die Inhalte kostenlos zu geben, sei ein Fehler gewesen, „für den ich als Verlegerpräsident mitverantwortlich bin“, räumte Burda ein. „Man hätte früher erkennen können, dass dieses Modell vor allem Google nach vorn bringt und uns in Schwierigkeiten.“
Korrekturen müssten über die europäische Politik in Brüssel laufen, forderte Burda. Europa könne nur dann eine wettbewerbsfähige Digitalindustrie haben, „wenn für alle Unternehmen die gleichen Regeln gelten“.
Brüssel habe inzwischen erkannt, dass die europäische Strategie zu defensiv gewesen sei. „Hier hat Günther Oettinger viel bewegt, nicht erst seit er Digitalkommissar ist“, sagte er.
„Wir müssen Instrumente des Steuerrechts und des Kartellrechts einsetzen. Wenn wir jetzt nicht die Weichen stellen, bleiben wir ein kleiner Teilmarkt der amerikanischen Digital-Hegemonie.“(dts Nachrichtenagentur)

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