
Foto: dts Nachrichtenagentur
Berlin – Der Hausärzteverband Nordrhein hat davor gewarnt, die niedergelassenen Ärzte mit Corona-Testungen zu überfordern, wenn diese für die Testung jener Heimkehrer aus Risikogebieten zuständig sein sollten, die nicht per Flugzeug reisen.
„Wir stehen vor einer immens gefährlichen Situation: Es droht nun ein massiver Ansturm auf die Arztpraxen“, sagte der Vorsitzende des Verbands, Oliver Funken, der „Rheinischen Post“.
Die Praxen sollten testen, müssten aber zugleich die Regelversorgung aufrechterhalten. „Da eine klare Trennung hinzubekommen, wird extrem schwierig werden. Eine Vermengung der Patienten ist hochgefährlich.“ Schon jetzt erlebten die Ärzte, dass zahlreiche Menschen nicht erst anriefen, wenn sie einen Test haben wollten, sondern einfach so erschienen.
„Das wird mit der Rückkehrwelle noch weiter zunehmen“, warnte Funken. Der Verband schlägt vor, dass neben der Einrichtung weiterer Testzentren auch Praxen in einem rollierenden System Testungen für die Rückkehrer aus den Risikoländern anbieten, die nicht mit dem Flugzeug gereist sind. „Sie müssten aber für den Ausfall dann auch entsprechend entschädigt werden.
Und die Rotation ist nötig, damit den Hausärzten nicht die Patienten weglaufen“, sagte Funken. „Unsere Struktur dafür steht längst.“ Es sei deshalb auch nicht zu begreifen, warum es immer noch keine entsprechenden Regelungen gebe.
„Wir hatten bereits im April das Ministerium und die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein auf das Problem hingewiesen. Es ist seitdem aber nichts passiert.“ (dts Nachrichtenagentur)

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